09 April 2013

Isla de Ometepe I Nicaragua.

Zurück nach Managua gings dann leider nicht mehr mit der Cessna, sondern mit einem normalen Flieger. Da hätte sich der eine Kanadier gar nicht morgens um 5.30 Uhr mit einem halben Liter Schnaps aus der Listerine – Pulle beruhigen müssen, war ja halb so schlimm. Ob man da wohl von einem Alkoholproblem ausgehen muss? Man weiß es nicht.

 In Managua haben wir dann ein Taxi zum Busbahnhof genommen, wo der Express nach San Jorge abfahren sollte. Da wurde man dann auch direkt von diversen Menschen zum richtigen Bussteig gebrüllt. So auf den ersten und zugegebenermaßen einzigen Blick haben wir alles richtig gemacht bei der Entscheidung, die Hauptstadt auf unserer Reiseroute nicht zu berücksichtigen. Falls wir Managua damit unrecht tun sollten, entschuldigen wir uns hiermit an dieser Stelle in aller Form.

Der Bus hat uns dann direkt zur Fähre gebracht, am Eingang zum Hafen mussten wir dann direkt unsere 10 Cordoba für die Überfahrt bezahlen. „Das ist aber günstig, dachten wir uns da noch“. Beim zweiten Bezahlvorgang auf dem Boot wurden wir dann aufgeklärt, dass es sich da nur um den Eintritt in den Vergnügungspark „Miniaturhafen“ gehandelt habe. Und ich sag mal so, Disneyland war das nicht. Aber gut, mit summa summarum 45 Schleifen (1,40€) war man natürlich immer noch ganz gut im Budget. Angekommen in Moyogalpa mussten wir uns sputen, da der Bus nach Mérida schon auf dem Sprung war. Zeit um noch Geld im laut Anschlag einzigen ATM der Insel zu ziehen, war leider nicht mehr. „Egal, wird schon passen“. Der Bus war ein alter amerikanischer Schulbus, der uns die nächsten 3 Stunden gemütlich über die Insel gejuckelt hat. In Ermangelung anderer Fortbewegungsmittel wird dann auch alles transportiert, was nicht niet- und nagelfest ist. Unsere Reisegruppe wurde auf der Busfahrt leider getrennt, so dass ich neben einem schlafenden Nicaraguaner saß, und Sabrina mit wechselnder Besetzung konfrontiert wurde: Zwei Ösis, einer mit zauberhaftem Schnuppi, und einer Spanierin, die gerade ihre Doktorarbeit in Sexualkunde schreibt – ich vermute mit dem Thema „Sexuale Anziehungskraft von Achsel- und Beinbehaarung im 21. Jahrhundert“, selbstverständlich hat sie es sich nicht nehmen lassen, selber Teil des Forschungspanels zu sein. Das ist übrigens offensichtlich ein Trend, der sich neben dem sehr zu begrüßenden Schnorres-Revival international ebenfalls durchzusetzen scheint. Bitte um Feedback, dass dieser den Weg noch nicht nach Deutschland gefunden hat, und es auch keine Anzeichen dafür gibt.

Für die ganz wissbegierigen unter den Lesern noch ein paar Fun – Facts zu Ometepe: Es handelt sich um die größte vulkanische Insel der Welt, die in einem Süßwassersee liegt. Ob es vielleicht auch die Einzige ist, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Und für die 1 Millionen Euronen Frage beim Günni: Ometepe unterhält eine Städtepartnerschaft mit Herne – ist das ein Ding? 

Der größere der beiden Vulkane auf der Isla de Ometepe - Concepción.

Und hier noch mal vom See aus.


Eins der zahlreichen Ferkel, die hier auf der Straße rumlaufen.

Nach 3 Stunden hingen dann sowohl Sitzfleisch als auch Magen in den Kniekehlen und natürlich haben wir extra wieder nichts zu trinken dabei gehabt, um das ganze herausfordernder zu gestalten. Die geschäftstüchtige junge Frau am Fuße des Hügels, der zu unserer Bleibe führte, hat das aber mit ihrem Adlerauge sofort erkannt, und uns zu ihrer Pulperia gelotst. Da haben wir das erste Mal gemerkt, dass wir uns bis jetzt mit Granada und den Corn Islands die teuersten Orte ausgesucht hatten. Hier gab es einmal Cola und einmal Cola Zero für 28 Cordobas (1€). Frisch gestärkt sind wir dann elfengleich den Berg hochgeschwebt, wo uns Hari schon erwartete. Die nächsten 4 Tage würden wir nämlich bei Hari’s Horses bzw. auf der Finca Montana Sagrada verbringen. Wir hatten eigentlich einen Einheimischen erwartet, aber gegenüber stand uns ein gebürtiger Schleswig – Holsteiner. Stellt euch eine Mischung aus Doc Brown aus Zurück in die Zukunft und Rainer Langhans vor und ihr habt ein ganz gutes Bild von Hari. Der hat uns dann als erstes unsere Cabina gezeigt, und wir konnten unser Gepäck ablegen.

Unsere Terrasse.


Von unserer Terrasse aus mit Blick auf den zweiten Vulkan auf der Insel - Maderas.

Hari, seine italienische Frau Mirka und die dritte im Bunde Marilena, ebenfalls Italienerin, haben hier ein richtiges Paradies geschaffen. Ein riesiges Gelände mit wunderschönen Hütten und einem Haufen Tiere. Neben den 4 Chiuahuas, 1 Beagle (Babsi, reiß dich bitte zusammen) und zwei Mischlingen gab es 4 peruanische Nackthunde, die aussahen, wie direkt vom Friedhof der Kuscheltiere. Wenn du die Kollegen als Wachhunde hast, brauchen die noch nicht mal bellen, da nimmt garantiert jeder Einbrecher Reißaus. Allerdings handelt es sich hier um eine der ältesten Hunderassen der Welt und ihnen wird eine heilende Wirkung zugesprochen, wenn man sie sich ins Bett legt. Konnte jedoch bis heute noch nicht nachgewiesen werden, da sich jede Versuchsperson morgens zu Tode erschreckt hat. Wir haben die Bengels aber trotz ihres unvorteilhaften Aussehens richtig ins Herz geschlossen, die waren so unglaublich kuschelig. 

Auf unserer Finca.


Bei denen wächst und gedeiht diverses-ich glaube wir haben uns fünf Tage quasi nur von Finca Erzeugnissen ernährt.
Frisch gepflückt und direkt weiter verarbeitet.
Das war ein Teil unserer Hundebagage beim Gassi gehen.


Rojo - Unser Liebling auf der Finca-das war Liebe auf den 3.-5. Blick, da der peruanische Nackthund, als die Schönheit verteilt wurde, nicht ganz vorne stand. Aber der war so unfassbar süß!

Hari selber war auch ne ganz eigene Marke. Mit 17 hat er Deutschland den Rücken gekehrt, um in Indien mal eben Hindi zu lernen und als Yogi zu leben. Nach 10 Jahren wurde er aufgrund einer fehlenden Aufenthaltserlaubnis da rausgeschmissen, und hat dann 10 Jahre in Italien gelebt, bevor er nach einem Jahr in Costa Rica hier in Nicaragua gelandet ist. Trotz der immer wieder bei Auswanderern und Aussteigern zu bemerkenden äußerst kurzen Aufmerksamkeitsspanne („Ja, ja…Hm,Hm… Ich muss weg“) hat es richtig Bock gemacht, sich mit ihm zu unterhalten, der hatte richtig was zu erzählen. Und so ein bisschen der Conny Reimann von Ometepe ist er auch. Hier kauft er von einem Einheimischen mal ein Pferd für 35$, da lässt er mal Sand morgens um 5 anliefern, „weil das nicht so ganz legal vom Strand kommt“. Ein super Typ.

Netterweise hat uns Mirka nach unserer Ankunft noch ein bisschen was gekocht, und wie es sich für eine Italienerin gehört, gab es Pasta mit selbstgemachter Pesto direkt aus dem eigenen Garten. Nach diversen Wochen Reis und Bohnen war das eine willkommene Abwechslung, und hat dazu auch noch so gut geschmeckt, dass wir danach jeden Abend dort gegessen haben.

Unsere Finca-Küche. Hatten wir eigentlich nichts mit am Hut, da wir morgens und abends reichlich bewirtet wurden. Nur mal ein Fläschchen selbstgefiltertes Vulkan - Wasser haben wir uns mal aus dem Kühlschrank geholt.

Am nächsten Morgen hatte sich das Problem mit dem Geld immer noch nicht von selbst gelöst, und mit Kreditkarte zahlen ging bei Hari auch nicht. Dafür hatte er aber ein Fahrrad, was er mir leihen konnte. Also bin ich mal eben nach Altagracia geradelt, besonders die ersten bzw. letzten 5 Kilometer waren zauberhaft über die ungepflasterte und mit dicken Steinen übersäte Staubstraße. Als ich komplett verdreckt und verschwitzt zurück war, war die Finca verlassen und der Schlüssel nirgends zu finden. Die Hunde waren auch weg, so dass ich völlig ohne Entertainment da stand. Also hab ich es mir mit unserem Wörterbuch „Last Minute Spanisch“ auf der Terrasse gemütlich gemacht. Wenn man davon ausgeht, dass dieses Buch wirklich nur Leute in der Tasche haben, die komplett verzweifelt sind, weil sie noch nicht mal ein Bier auf Spanisch bestellen können, wundert einen die Zusammenstellung der Worte und Redewendungen schon: Ob man jemals in einem Gespräch soweit kommt, dass man Sätze wie „Aber nur mit Kondom“ braucht, wage ich zu bezweifeln. Allerdings wird einem der Weg dorthin durchaus bereitet, denn auch der Klassiker „Ich sammle Briefmarken“ ist hier zu finden, und der öffnet ja bekanntlich viele Türen. Außerdem habe ich gelernt, dass „Escalado“ nicht der Aufzug, sondern der „Stufenhaarschnitt“ ist. Nachdem ich mich für die nächsten tiefschürfenden Gespräche in den Bereichen Verhütung, Philatelie und Frisuren gerüstet hatte, tauchte Hari doch noch auf, und fuhr mit mir nach San Ramon, um die Mädels samt Hunden abzuholen, die es sich dort in einem kleinen Restaurant gemütlich gemacht hatten.

Man meint gar nicht, wie schnell ein Schwein rennen kann, wenn 10 Hunde hinter dem her sind.

Dort gab es dann Bier und Reis und Bohnen. Danach war dann aber wirklich Zeit für die Hängematte, am nächsten Tag sollte es ja morgens schon mit Hari auf Reit-Tour gehen.

Ein bisschen hatten wir dann doch die Hosen voll, da wir ja beide noch nie geritten sind, außer mal auf dem Kinderkarussell und das war ja nun auch schon ein paar Jährchen her. Hari konnte uns aber beruhigen, wir würden nicht im englischen, sondern im amerikanischen Western – Stil reiten. Puh, da haben wir aber tief durchgeatmet…der englische Stil ist ja so gar nicht unserer. Nachdem wir uns dann mit unseren Pferden Pinto und Marihuano (kein Scheiß, so hieß der wirklich) angefreundet hatten, gings auch schon drauf auf den Sattel. Und an dieser Stelle einen großen Dank an Hari, auch wenn er netterweise so getan hat, als wenn wir uns gar nicht so doof anstellen würden, hatte er die Hoppegäule ganz offensichtlich vorher auf Autopilot eingestellt. Schritt, Trab oder Galopp, das hat das Pferd primär dann doch selbst entschieden. Leider hatten Marihuano und ich im zweiten Teil der Strecke leicht unterschiedliche Rhythmen im schnelleren Trab, er Rock’n’Roll, ich eher Kuschelrock. Die Einheimischen haben sich beschissen vor Lachen, als ich da mit nem halben Meter Spiel unterm Arsch an den vorbeigehoppelt kam. Souverän ist anders. Sabrina hat sich da auf Pinto deutlich besser angestellt, da gab es nur mal eine ungewollte Pause, wenn die Mangos auf dem Boden interessanter waren als die Kommandos der Reiterin. Aber wir sind ohne Absturz wieder heil auf der Finca angekommen, Spaß gemacht hat es auch und die Strecke war großartig, mit schönen Ausblicken über die ganze Insel und auf die Vulkane.

Wir versuchen uns anzufreunden.

Mein Freund - Pinto.

Backos Kamerad - Marihuano.

Dafür, dass wir das erste Mal behuft unterwegs waren, haben wir uns glaub ich nicht ganz so doof angestellt.

Unser Anführer Hari.

Während unserem Ausritt sind wir einen Teil des Trecks geritten, der auf den Vulkan geführt hätte.


Ganz lässig der Herr.

Ausblick während unseres Ausritts.

Man beachte meine Frisur-zu Beginn den Ausritts hatte ich einen Dutt auf dem Kopf - nach dem ersten Galopp ist die Frisur leicht mutiert. Das Pferd war echt deutlich flotter als erwartet. Meine Frisur hat sich eher auf Schritt eingestellt.

War gar nicht so einfach, das Foto zu machen, wenn mal selber wie ne besoffene Marionette in dem Sattel hängt.

Ich hatte ein von Hari angepriesenes Charakter-Pferd, was gerne mal selbstständig den ein oder anderen Fress-Stopp einlegt, wenn man nicht durchgreift. Bei gefühlten 1000 Bananenplantagen und Mangobäumen hatte ich allerhand zu tun.

Danach hatten wir uns dann auch wirklich ein Stündchen in der Hängematte und abends einen ordentlichen Teller Pasta verdient.

Gute 50% des Tages sah das so aus.

Mittlerweile waren auch noch neue Gäste angekommen, Marco, ein Deutscher der seit 20 Jahren in Granada lebt, samt Frau und Tochter. Eins der schönsten Paare seit Dieter Hallervorden und Helga Feddersen. Er in Jürgen von der Lippe – Gedächtnis – Hawaiihemd und die dort auftretenden Formen und Farben absichtlich nicht aufgreifenden aber nicht weniger bunten Boardshort plus schwarzem Kassengestell, welches locker noch für ein weiteres Augenpaar gereicht hätte. Sie in Bikini, Afro und einem ähnlichen Nasenfahrrad, welches zudem noch mit glasbausteindicken Gläsern bestückt war, was einen leicht vergrößernden Effekt auf die Augen hatte. Die waren aber eigentlich auch ganz nett, am nächsten Tag aber auch schon wieder weg, so dass eher der optische Eindruck hängengeblieben ist. Am selben Tag sind wir auch noch in den „Genuss“ gekommen, Alvaro kennenzulernen. Der Kollege führt die Hacienda Merida, die uns in Neuseeland von den Franzosen empfohlen worden war. Das vorweg, wir waren so froh, dass wir nicht dort genächtigt haben. Der Typ hat sie nicht mehr alle, das hatte uns Hari auch schon mit auf den Weg gegeben. Eigentlich wollten wir auch dort nur eine Kleinigkeit essen und das Wifi nutzen. Kaum angekommen, kam der Typ an und hat sich ungefragt an unseren Tisch gesetzt. Auf die Frage, ob wir den Wifi – Code bekommen könnten, hat er gesagt: „Ja, aber erst in 15 Minuten, sonst unterhaltet ihr euch nicht mit mir“. Ah ja. Überall in seinem Hostel hängen übrigens Schilder, was man alles nicht darf. Als nächstes hat er sich beschwert, dass ich den Strohhalm, der mir zu meinem Saft gereicht wurde, benutzt habe, da ja „der ganze Müll der Touristen auf der Insel bleiben würde“. Der hat noch ne Menge mehr Blödsinn geredet, aber mit Rücksicht auf meinen Blutdruck spar ich mir das jetzt mal. Später, nachdem wir das Internet nutzen durften, hat er uns noch auf eine Tour durch seine Anlage genommen… nicht das wir danach gefragt hatten. Der sammelt hier auf der Insel den ganzen Müll in Plastikflaschen und baut dann Schulen und Sitzmöglichkeiten und so einen Kram daraus. Ist ja im Grunde eine unterstützenswerte Idee, aber der ist so richtig Diktator-mäßig unterwegs. Bevor seine Mitarbeiter ihren Wochenlohn bekommen, müssen sie erst eine mit Plastikmüll gefüllte Plastikflasche vorweisen. Auf die Frage, warum er denn z.B. nicht einfach keine Strohhalme mehr ausgibt, um Müll zu reduzieren, anstatt hinterher alles zu verklappen – über so viele Hintern oder Schüler verfügen die hier ja gar nicht – wusste er dann irgendwie auch keine richtige Antwort. Als Hostelbesitzer im speziellen und als Mensch im allgemeinen ist der auf jeden Fall nicht zu gebrauchen, daher haben wir nach der Tour zugesehen, dass wir so schnell wie möglich Land gewinnen.  

Am nächsten Tag hatten wir dann Nachmittags noch die Kayak – Tour im Istiam – Fluss gebucht. Die haben wir zusammen mit einem Guide und Ruddy und Charlotte aus Frankreich gemacht. An die beiden konnten wir uns noch erinnern, da wir die schon auf Corn Island gesehen hatten, aber dort nicht mit denen ins Gespräch gekommen sind. Die waren supernett und witzig, und hatten eine sehr ähnliche Art von Humor, das findet man ja auch nicht so oft. Daher haben wir uns mit denen auch noch lose auf ein Käffchen in Panama verabredet, da sie dort auch in 1 Woche hinwollten. Der Istiam war leider durch die Trockenzeit ziemlich flach, so dass wir den nur ein paar hundert Meter weit befahren konnten. Da gab es aber trotzdem schon jede Menge lustiges Federvieh und einen Kaiman mit Fisch im Maul haben wir auch gesehen. Den Rest der Zeit haben wir damit verbracht, auf dem See rumzuschippern und uns ist wieder mal aufgefallen, Kayaken wäre ein schöner Sport, wenn das nervige Paddeln nicht wär.

Auf unserem Kajak-Ausflug auf dem Lake Nicaragua.


Ich habe versucht so zu tun, als würde ich einen erheblichen Teil beim Paddeln beitragen-naja ich hab eher Fotos gemacht, zweimal gepaddelt, Fotos gemacht etc.

Auf dem Istiam River.

Auf dem Lake Nicaragua.

Hier haben wir einen Kaiman gesehen-keine Ahnung wie das funktioniert, dass der in dem Fluss wohnen kann. Das Wasser ist in der Trockenzeit da so flach.

Wir waren dieses Mal hochzufrieden mit unserer Kajak-Performance obwohl wir seit Asien nicht mehr geübt hatten. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich die ganze Zeit Fotos gemacht habe und nicht wirklich gepaddelt hab.
Nach unser Rückkehr gab es aber noch einen schönen Sonnenuntergang am Strand.

Sonnenuntergang auf dem Lake Nicaragua.

Und wir können von Glück sagen, dass wir unsere Stirnlampe dabei hatten, ohne Bänderriss oder Schlimmerem hätten wir es nicht zurück zum Hari geschafft. Und das war es dann auch leider schon mit Hari’s Horses, am nächsten Morgen mussten wir uns schon von der ganzen Truppe verabschieden. Da hatte man dann doch eine Träne im Knopfloch, hier hat es uns sehr gut gefallen, und man hat sich fast wie zu Hause gefühlt.

Zurück ging es dann wieder 3 Stunden mit dem Chicken – Bus und der Fähre, bzw. dem kleinen Frachtboot. Der Wind hatte sich extra für uns aufgehübscht, so dass es nicht langweilig wurde. Da wurde auch endlich mal wieder ein bisschen gebrochen, und da es hier keine Kotztüten gab, wurde das Ganze dann im Gang erledigt. Durch die immer wieder reinschwappenden Wellen wurde das aber auch schnell wieder geputzt, so dass man auch hier am Ende sicher wieder die 3 Sekunden – Regel hätte anwenden können. Mein persönliches Highlight war aber die Welle die ohne Übertreibung höchstens 30 Meter vom Hafen auf dem Festland entfernt noch einmal alles gegeben hat und den zwei Plätze neben mir sitzenden Nica komplett überspült hat. Der war klatschnass, und hatte sich mit Anzughose, einem schicken Lederslipper und einem Hemd doch extra so schick gemacht. Der fand es aber eigentlich auch ganz lustig.

Sonntag ist Waschtag-alle Mann (plus Tiere) in den Fluss mit Klamotten.
Nach zwei weiteren Wechseln der Fortbewegungsmittel waren wir dann gegen 4 wieder in Granada. Sabrina hat sich in der Stadt absetzen lassen, um noch ein paar Besorgungen zu machen und ich bin zum Hostel mit unserem ganzen Gepäck. Leider war dort keiner, so dass ich dann mit 3 Rucksäcken und der Wanderklampfe in die Stadt gelatscht bin. Wenigstens haben wir auch nichts von dem bekommen, was wir noch kaufen wollten, da Sonntag war, und da keiner Bock hatte, Geld zu verdienen. So haben wir nur kurz was gefuttert, sind für 4 Stunden Schlaf ins Hostel und am nächsten Tag mit dem Tica – Bus zurück nach San Jose. Die Fahrt war unspektakulär abgesehen von der Tatsache, dass die costa ricanische Black Metal – Band „Rotten Souls“ (wie auch sonst) bei uns mit im Bus saß. Das waren ziemlich nette Jungs, so richtig ernst nehmen kann man ihre Kriegsbemalung und die bösen Gesichter, die sie geschäftlich tragen, allerdings nicht, wenn man sie im Bus auf ihrem Nackenhörnchen schlafen sieht. Aber gut, das ganze Headbangen geht natürlich auch nicht spurlos an einem vorbei. Wenigstens hatten sie aber ganz rockstarmäßig sargähnliche Gitarrenkoffer dabei und schon mittags Rum getrunken. Haben uns das mal gerade bei YouTube angehört, ist gar nicht schlecht, auch wenn Black Metal einfach nicht so 100% mein Ding ist.

Morgens geht’s dann weiter nach Panama, und wir sind ein bisschen traurig, dass wir Nicaragua verlassen mussten, das hat uns sehr gut da gefallen und wir wären gerne noch ein paar Tage geblieben, aber was soll man machen...Termine, Termine, Termine. Und wie sagt man doch: „Oh, wie schön ist Panama“, daher sollte auch da eigentlich nichts schief gehen.

Backo

05 April 2013

Little Corn Island I Nicaragua.

Um 2.30 Uhr klingelte für uns der Wecker, wir mussten uns ja noch von Bronco nach Managua fahren lassen, wo uns der Flieger auf die Corn Islands bringen sollte. Die liegen etwa 70km von Bluefield an der Ostküste in der Karibik. Beim Einchecken wurde nicht nur unser Gepäck sondern auch wir gewogen, was uns in unserem müden Kopf erst einmal nicht beschäftigt hat. Auch die lustigen Boardkarten haben wir einfach unreflektiert entgegengenommen.

Bei dem professionellen Boarding Pass hätte man vielleicht schon erahnen können, was da auf einen zu kommt.

Zuerst durften dann die Reihen 1 – 12, so dachten wir, einsteigen. Ok, schlau, es sollte ja nicht zu einem Durcheinander im Flieger kommen. Dann waren die Reihen 13 – 24 dran, wir waren 18 bzw. 19. Als wir uns dann unserem Flieger näherten, wurde uns schlagartig bewusst, dass es sich nicht um die Sitzreihe, sondern die Sitznummer handelte, und es mit dem von mir erwarteten Snack und kalten Getränken wohl auch nichts werden würde. Auf den Flug wartend hatten wir noch gespaßt: „Hoffentlich ist das nicht diese Maschine mit den Propellern an den Flügeln“. War es nicht, unsere hatte nur einen Propeller, und zwar vorne. Wir würden unsere Reise nach Corn Islands nämlich mit einer 12 – sitzigen Chessna bewältigen. „Geil!“, wie ich fand, „Spinnen die“, war Sabrinas Meinung dazu. Da wir als Letzte eingestiegen sind, und den Platz wohl keiner wollte, saßen wir direkt hinter dem Piloten. Und zwar so direkt, dass Sabrina ihm, den doch eigentlich jedem bekannten Hinweis „Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen“ missachtend, nach gut 30 Minuten Flug auf die Schulter klopfte, um sich nett aber bestimmt zu erkundigen, wie lange es denn wohl noch dauern würde. Sie müsste nämlich ziemlich pinkeln.* Während also auf dem Nebensitz bereits im Kopf ein Bauplan entworfen wurde, um aus Kotztüten eine Urinella zu bauen, fand ich das alles super. Man saß quasi im Cockpit mit all den lustigen Geräten, die aussahen, wie in einem Computerspiel und ich hätte easy und entspannt selber mal an ein paar Hebeln ziehen können, um das Ganze auch für die Mitreisenden etwas unterhaltsamer zu gestalten. Schön fand ich auch, dass sich der Pilot und die ungefähr 16 jährige Auszubildende gerne zwischendurch mal befummelt haben. Vermutlich durfte sie auch aufgrund dieser kleinen Affäre an diesem Tag Co – Pilotin spielen und auch eigentlich alles inklusive Start und Landung selber regeln. Aber wie hätte das der Kapitän auch machen sollen, der hat ja die Hälfte der Zeit gepennt. Gut, zeitweise haben auch beide gleichzeitig geschlafen, Autopilot Olé. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass das in größeren Vögeln nicht anders läuft, wundert einen der ein oder andere Absturz nicht mehr wirklich. Schön, dass mal so direkt aus der Nähe mitzuerleben.

Beim Anflug auf Big Corn Island hat man sich dann schon gefragt, wenn das BIG Corn ist, wie klein denn dann bitteschön Little Corn sein muss. Kleiner vermutlich, oder die haben sich bei der Namensgebung einen Spaß erlaubt. Genau genommen sprechen wir beim großen Bruder von 6 Quadratkilometern und bei der kleinen Schwester von 1,6 qkm, da gibt’s dann auch keine motorisierten Fortbewegungsmittel. Strom gibt’s hier auch nur ein paar Stunden am Tag, wenn überhaupt. Am Ausgang vom Flughafen stand dann auch schon eine riesige Horde an Taxifahrern, die uns zum Boot bringen wollte. Der nette junge Mann, der sich uns dann ausgesucht hat, klärte uns auch gleich auf, dass es eine schnelle und eine bequeme Fähre gäbe, und er uns Zweitere empfehlen würde. Da wir ja aber immer noch keine Schlafgelegenheit hatten, haben wir uns für die schnellere Variante entschieden.

Todsicheres Gepäck-Management. Da kann eingentlich nix verloren gehen. Alle lassen ihren Krempel am Steg gehen zwei Stunden weg und danach ist das Gepäck verstaut.

Am Kai angekommen wurde unsere Freude darüber, dass auf Corn Island primär wieder Englisch gesprochen würde, schnell dadurch getrübt, dass es sich hier nur auf dem Papier mit einer dem Englisch verwandten Sprache handelt. Diese Verwandtschaft konnten wir nicht auf den ersten, den zweiten oder auch den dritten Blick erkennen. Ab jetzt heißt es für mich: „Ich versteh nur noch Corn Islandisch“, Spanisch versteh ich mittlerweile nämlich deutlich besser und das soll was heißen. Aber nett sind sie hier trotzdem. Direkt nach Ankunft wurde mir – so viel habe ich verstanden - Ganja angeboten, ich vermute, dass es sich hier um Marihuana handeln könnte. Nicht nur dadurch wurde relativ schnell klar, dass der karibische Wind deutlich anders weht, als der im Rest des Landes. Wenn uns da der Bob Marley über den Weg gelaufen wäre, gewundert hätte uns das jetzt nicht. Unsere Unterkunftssituation hatte sich dann auch noch geklärt, da uns unser Kapitän sein Handy hat nutzen lassen, und wir noch schnell eine Cabina klar machen konnten. 

Nachdem sich dann auch die 8-köpfige deutsche Reisetruppe dazu entschlossen hatte, sich reisefertig zu machen – die Abfahrt kam nach 1,5 Stunden Wartezeit dann aber auch wie aus dem Nichts, da musste dann natürlich noch der kleinen Valerie Sonnencreme aufgetragen werden, und Papa Christoph (Namen von der Redaktion geändert) musste erst noch gesucht werden, ich vermute, der hatte gerade mit dem Ganja – Mann verhandelt, um ein bisschen was zu naschen zu haben für die nächsten Tage – gings auch schon los. Dass auf dem Boot laut Aussage unseres Kapitäns noch niemanden schlecht geworden ist, konnte ich nicht ganz glauben, das war schon eher ein Ritt für die Rodeofans mit ordentlich Fett an den Hinterbacken. Und Kehr, was war das Meer salzig hier vor Ort, da hatte man direkt Bock auf nen hartgekochtes Ei. Hatten die aber leider nicht auf dem Schiff. Dafür gabs schöne Dialoge bei der deutschen Reisetruppe. Tochter: „Boah, was ist das schön hier“. Mutter (Bruce Willis imitierend): „Klar, das ist die Karibik, Baby“. Ohne Lendenwirbel 6 und 8, aber frisch geduscht wurden wir auf Little Corn schon von einem netten jungen Mann erwartet, der uns für 5 Dollar unsere Klamotten zu unserer Unterkunft „Cool Spot“ getragen hat. Mit von der Partie war auch noch eine Französin, die etwa 15 mal hat verlauten lassen, dass sie sich ja gerne, um Geld zu sparen, mit jemandem ein Zimmer teilen würde. Da wir dem winkenden Zaunpfahl bis dato gekonnt ausgewichen waren, hat sie sich dann ein Herz gefasst, und uns direkt gefragt, ob wir diesbezüglich offen wären. Da aber im heutigen digitalen Zeitalter schon viel zu viel geteilt wird, mussten wir ihr leider eine Absage erteilen, zumal das für uns teurer gewesen wäre, weil wir dann ein größeres Zimmer hätten nehmen müssen. Also ziemlich weit entfernt von einer win – win – Situation. Fand sie dann irgendwie scheiße und ist dann auch beleidigt abgezogen, ohne den Gepäckträcker zu entlohnen, was der wiederrum nur so semi-geil fand. Die nächsten Tage sind wir ihr dann noch einige Male begegnet, aber nicht mal mehr mit dem Arsch hat sie uns angeguckt, das hatten wir nun davon. Egal, wir hatten unsere 15$ Hütte die in der Tat nicht mehr war als ein überdachtes Bett, aber mehr braucht man hier auch nicht.

Das war unser Hüttchen auf der Insel. Ein paar Bretter, ein paar Reiszwecken und ein Bett. Aber genau richtig und ziemlich günstig (15$).


Das ist der "Cool Spot" - und ja so hat sich das Etablisment genannt:-)

Aber es war auch wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde!

Eine Muschel.

Das war unser Strandabschnitt, der zu unseren Cabinas gehörte-da ließ es sich echt aushalten.

"Cool Spot".

Da es auf Little Corn um Strom, Wasser, Internet etc. eher schlecht bestellt ist erfreute sich das gute, alte Antennen-Radio großer Beliebtheit.

Die sind hier echt schon auf Zack, was Mülltrennung und alternative Energiequellen betrifft!

Dafür ist der Baustil fragwürdig:-)
Um euch die Corn Islands näher zu bringen, werde ich in diesem speziellen Fall einmal davon absehen, jeden Tag im Detail zu beschreiben, da diese sich nur in Nuancen unterschieden haben, daher exemplarisch ein typischer Tagesablauf:

7.35 Uhr: Der Wecker klingelt.
7.45 Uhr: Aufstehen, und sich auf dem Weg zur Toilette über strahlenden Sonnenschein freuen.

8.15 Uhr: Aufbruch zum Dive Shop, um den morgendlichen Tauchgang zu absolvieren. Auf dem Weg die immer wieder selben Gesichter grüßen. Hier hat dann doch jeder einen ähnlich Rhythmus.

8.30 Uhr: Bevors losgeht noch schnell für 50 Pfennig ein Stück Wassermelone oder Kokosnuss vom lokalen Obststand, um den Wasserhaushalt auf ein vernünftiges Level zu heben. 

9.00 Uhr: Unter Wasser. Hier gibt’s im Gegensatz zur Costa Ricanischen Pazifikküste wieder Korallenriff, und daher auch wieder viel zu gucken, unter anderem Southern Stingrays, Nursesharks, Lobsters und sehr viel farbenfrohes Fischgetier. Bei unserem letzten Tauchgang haben wir dann auch endlich noch eine Schildkröte gesehen, ein riesiges Teil noch dazu. Und man mag es nicht glauben, die sind verflixt zügig unterwegs, obwohl sie eher wie der Günther Strack unter den Meeresbewohnern aussehen. Die haben wir nicht mehr eingeholt, nachdem sie einmal an uns vorbei war.

10.00 Uhr: Zurück an Land gibt erstmal 2-3 Patties/Pantries/Pastries (so genau weiß keiner, wie man die nennt, und auch nach dreimaliger Nachfrage beim Salesmanager waren wir nicht schlauer), wahlweise gefüllt mit Ananas, Banane oder Fleisch. Saulecker, die Dinger und mit 40 Cent das Stück ein effizienter Sattmacher. Leider ist gerade an unserem letzten Tag der nette Mann nicht aufgetaucht. Wir waren todtraurig, wollten wir uns doch noch einmal für die nächsten Tage eindecken. Was der Grund für seine Abwesenheit war, wussten wir in dem Moment nicht. Gareth, einer der Tauchlehrer hatte ihn aber am Abend zuvor kartenspielenderweise in einer Kneipe gesehen, daher haben wir vermutet, dass er wohl sein Geheimrezept verspielt hat oder aber so viel gewonnen, dass er es nicht mehr nötig hat, Backwaren zu verkaufen. Später am Abend haben wir ihn allerdings mit seiner Frau durch die Gegend spazieren sehen, also hat er wohl nur einen Tag frei genommen. Gleichzeitig konnten wir auch das Rätsel um die Namensgebung für die Leckereien klären. Er war nämlich mit einer Tasche unterwegs, auf der „Padis“ stand, er war es wohl irgendwann satt, dass ihn jeder nach dem Namen gefragt hat, und hat das einfach von seiner Tasche abgelesen. So entstehen Legenden.

Nahrungsquelle #1 auf der Insel - Padis - wahlweise mit Fleisch, Banane oder Ananas gefüllt.


"Unser" Padi-Verkäufer hat jeden morgen nach dem Tauchgang an der Tauchschule auf uns gewartet nachdem er am ersten tag spitz gekriegt hat, dass der Backo sein bester Kunde wird für die kommende Woche.

11.00 Uhr: Käffchen/Kaltgetränk und dabei ein bisschen aufs Meer schauen.
13.00 Uhr: Zurück zu Hause, und nach der ganzen Anstrengung erst mal in die Hängematte für ein kleines Nickerchen, ein kleines Schwätzchen mit den Angestellten oder zum Beobachten des gegenüber wohnenden Papageis.

Der Papagei hat immer direkt vor unserer Cabina geschlafen-der hat uns ganz gut entertaint.
14.00 Uhr: Der inseleigene Eventmanager bietet rotierend Schnorchel Touren, Trips zu den Pearl Keys oder Sunset Cruises an, die dann aus sich uns nicht 100%ig erschließenden Gründen abgesagt werden. Wahlweise kann man laut seiner Aussage aber im Zweifelsfall auch immer einfach ein bisschen chillen und Ganja rauchen. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass er 1. Ein wirklich lustiger Vogel ist und es 2. Das angebotene Rondon (Das Corn Island Nationalgericht, Fischeintopf, sehr lecker) dann abends, wenn auch mit 1,5 stündiger Verspätung, wirklich gab.

17.30 Uhr: Man schält sich noch mal aus der Hängematte, Abendbrot muss ja schließlich auch noch eingenommen werden. Dazu bieten diverseste Lokalitäten ihre Dienste feil. Hier gab es dann auch das lustige Phänomen, dass es teilweise keine vegetarischen Gerichte mehr gab. Die müsste man wohl vorbestellen, da gerade nach Ostern die Vorräte zusammengeschrumpft wären. Fisch und Hummer könnte man aber wohl haben. Verkehrte Welt. Beim Essen kann man dann noch ein bisschen auf Meer gucken, und die Sonne darin versinken sehen.

Einer unser Abendbrot - Lokalitäten


Zum Sonnenuntergang nach der ganzen Maloche gehts immer mit Kind, Kegel und Haifisch ins Wasser.
 19.00 Uhr: Zurück in der Hängematte, noch ein Bierchen auf die Hand und Peter Tosh aus der niemals verklingenden Restaurant – Soundanlage lauschen. Wenn denn der Strom nicht ausfällt, kommt auch schon mal vor.

22.00 Uhr: Völlig erschöpft aber glücklich geht’s ins Bett. Was ein Tag! Kann man auch nicht immer machen. 

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass es hier eher locker von statten geht, eine 40 Stunden – Woche kennen hier die wenigsten. Häufig lag auch einer der „Hotel“ – Angestellten, gerne auch mit Baby, in unserer Hängematte, wenn man mal kurz weg war, und die betreffende Person gerade von der Müdigkeit übermannt wurde.

Der Angestellte sollte vermutlich irgendwas mit dem Besen zu seiner rechten sauber machen, aber da kam ihm ne Kräuterzigarette und die Hängematte dazwischen.

Plötzlich auftretender Strom- und/oder Wasserausfall ist hier dann halt „Island – Style“ und auf die Frage, wann denn das große Fußballspiel zwischen Big und Little Corn auf dem eigens dafür hergerichteten Baseball – Feld angepfiffen würde, muss man mit der Antwort „Island – Time“ leben, also irgendwann zwischen 10 und 18.00 Uhr. Haben wir dann auch leider irgendwie verpasst. Man gewöhnt sich dann aber doch auch relativ schnell an die örtlichen Gepflogenheiten und überpaced nur noch ganz selten. Am letzten Tag haben wir uns dann aber doch noch mal auf die große Inseltour gewagt, einmal längs übers Eiland. Danach waren wir aber auch ganz schön kaputt.

Littel Corn.


Little Corn.


Die Kids führen hier echt ein ziemlich chilliges Leben.
Little Corn.
An der Northshore der Insel, da wird es tatsächlich nochmal ein Stück abgelegener, was man nicht für möglich hält. Wenn es irgendwann mal einen Film Hobbits Vs. Robinson Crusoe gibt, wird der auf jeden Fall hier gedreht.
Soviel zum Thema alternative Energie:-) Das war so eine organische Farm, die quasi vom Essen über den Strom alles selbst produziert haben.
Little Corns Basketballplatz 

Das Stadion. Das einzig angesetzte Spiel als wir da waren wurde mit keiner Uhrzeit versehen und so konnten wir nie rausfinden ob es tatsächlich statt gefunden hat, oder on Island-Style wieder was dazwischen gekommen ist.
War auf jeden Fall eine richtig relaxte Zeit hier und es war auch mal interessant mit Leuten zu sprechen, die diese noch nie verlassen haben, die haben dann doch ein ganz anderes Weltbild. Eine der Angestellten, mit der wir uns gut verstanden haben (wenn wir sie denn mal verstanden haben) hatte wohl das Angebot von einem Gast, ihn doch mal in Kanada zu besuchen. Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll, die bekommt doch beim ersten Kontakt mit großstädtischem Verkehr sofort nen Herzinfarkt. Mal abgesehen von den Temperaturen, was soll die Dame anziehen? Über soviel Klamotten verfügt die doch gar nicht. Wir haben ihr aber trotzdem auf Nachfrage empfohlen, dass auf jeden Fall zu machen, das muss ja eine unfassbare Erfahrung für die Dame sein, und wenn der Vogel zahlt. Lass kommen.

Nach einer Woche mussten wir dann diese schöne Fleckchen Erde doch wieder verlassen, am Flughafe gabs dann aber doch noch eine Überraschung. Dort gabs nämlich auch Padis, allerdings „Pattys“ geschrieben, was meine bereits als abgeschlossen betrachtete etymologische Forschung um Lichtjahre zurückgeworfen hat. Lecker waren sie übrigens auch nicht.

Backo

* Ja, ja, so richtig haben wir unsere Blasen anscheinend nicht im Griff, zu ihrer Verteidigung muss ich aber sagen, dass sie natürlich mit einer Toilette an Bord gerechnet hatte.