14 Januar 2013

Melbourne I Australien.

Mit dem Flieger gings dann also ohne Zwischenfälle nach Melbourne. Da wollten wir Sparfüchse uns die 17 Euro p.P. für den Skybus in die Zitty sparen und den normalen Linienbus nehmen. Da wurde aber pünktlich zum neuen Jahr das System umgestellt, und man konnte nur noch mit der sogenannten Myki - Karte bezahlen, die kostet natürlich erstmal 6$ vorab, ohne dass man einen Meter gefahren ist, aber da wir die sowieso brauchen würden, haben wir zugeschlagen und waren immer noch günstiger unterwegs ... immerhin 7$, das würde für Wasser und Brot reichen:-) Nachdem wir ins Hotel eingecheckt hatten, was eine lustige Mischung aus günstigem Hotel und Backpacker war, sind wir in die Stadt um uns mal umzuschauen und in der Apotheke nach dem Bettwanzenallheilmittel zu fragen. Dem Hostelbesitzer habe ich das dann natürlich erstmal mit den Wanzen erzählt, im Nachhinein vielleicht nicht die schlauste Idee, die ich jemals hatte, immerhin hätte der uns ja auch rausschmeißen können, um seine Zimmer nicht zu kontaminieren. Der war aber ziemlich locker und sehr belesen, was das Thema angeht, hat original schon Vorträge und Seminare dazu besucht. Auf seinen Rat haben wir dann auch alle meine Klamotten heiß gewaschen und noch mal zwei Runden im Trockner drehen lassen. Mal sehen, ob wir die Viecher jetzt los sind.

Wir haben dann auch nicht mehr viel gemacht, sind nur die Einkaufsstraße mal hoch und runter gelatscht, und haben uns im Wollwott mit Lebensmitteln eingedeckt. Eigentlich wollten wir uns ja auch noch die Pinguine anschauen, die in meiner Erinnerung in St. Kilda abends an Land kommen. Das war dann aber wohl doch Phillip Islands und die Tour kostet 100$. Laut unserem Hostelchef hat das auch vor 6 Jahren schon mindestens 80$ gekostet, auch hier hat mich meine Erinnerung offensichtlich wieder an der Nase herum geführt, ich war mir 100% sicher, dass das damals für lau war...

Melbourne City. Hier ist alles ein bißchen alternativer...


Dieses Viertel ist komplett zu gesprayt. Scheint auf jeden Fall ein Topspot für Hochzeitspaare zu sein. Als wir da waren war an jeder Ecke eine Fotosession.
 


Melbourne City.

Melbourne hat eine RICHTIG gute Strassenmusiker Szene-der Typ konnte ungefähr alles an der Gitarre. Backo wollte ihn schon heiraten.
Egal, wir haben uns dann entschieden, trotzdem nach St.Kilda zu fahren, bisschen am Strand rumhängen. Leider war der nächste Tag wettermäßig zwischen mittelprächtig und beschissen, aber es war wenigstens trocken, mehr verlangen wir ja schon gar nicht mehr.

Wirklich ein wunderschöner australischer Sommer...
Da unten lässt es sich auf jeden Fall gut aushalten, also wenn wir mal nach Melbourne ziehen, dann dahin, da gibts auch für jede Altersklasse was. Für die Kleinen und/oder Jungebliebenen einen Vergnügungspark, für die Erwachsenen eine wirklich schöne Kneipe, in der man wunderschön versacken könnte, und in der es regelmäßig Live - Musik gibt, in zugegebenermaßen abgefahrener Zusammenstellung. Sick of it all werden da neben den, Obacht!!!, Vengaboys angepriesen. Tickets für Letztere kosten übrigens, Beweis folgt, 45 (in Worten: Fünfundvierzig) Dollar. Und wir haben noch über die gelacht im Frankenheimzelt, wobei man uns zu Gute halten muss, dass wir da schon gesagt haben, dass das mit Abstand der beste Auftritt der letzen Jahre war, und das bei solchen musikalischen Schwergewichten wie 2 Unlimited und Snap!

...gibt es schön viele Kneipen für die ältere Generation.

Das Esplanade Hotel ist ein Live Musik Schuppen direkt am Strand. Eigentlich sieht da alles echt cool und Rock'n Rollmäßig aus. Da passen die Venga Boys super rein! 45$ kostet der Spaß. 
Luna Park in St. Kilda.

Das Fast Food setzt uns ein bißchen zu.

Während die Kids sich im Luna Park vergnügen...
Ach ja, für die älteren Semester wie uns gab es dann noch eine Straße voll mit Cafes mit den leckersten Schweinereien. Die Entscheidung fiel dann für mich auf ein Stück Mudcake, mit dem man vermutlich einen kleinen afrikanischen Staat durch die Hungersnot hätte bringen können und für Sabrina auf ein Aprikosenteilchen (oder Süßstückchen, wie man laut Frau Irion in Langenselbold sagt ... aber Sie sagt ja auch Sachen wie "Dönerstau" oder "Runterzus", googelt das mal, das scheint mir nur von einer sehr begrenzten Anzahl an Menschen genutzt zu werden, und die haben anscheinend alle kein Internet). Das hat mich daran erinnert, dass es früher diese Seite gab, wo man eine Kombinationen von zwei Wörtern eintragen konnte, die genau einen Treffer in Google generieren. Funfact: Ich hatte damals die Kombination "Samuel" und "Fischfrikadelle" gefunden, geht heute natürlich auch nicht mehr, scheiß Informations - Overload im Netz.
 
St. Kilda.
Danach haben wir uns noch durch die Straßenstände mit selbstgebasteltem Schmuck gekämpft, ich kann da aber auch einfach nicht dran vorbeigehen, Sabrina wurde schon ganz ungeduldig. In ihrer Langeweile hat sie dann angefangen die Stände zu fotografieren, und wurde um ein Haar von einer der Verkäuferinnen gepfählt, da das wohl nicht geduldet ist, man könnte ja die wunderschönen Sachen von kleinen Kinderhänden nachbauen lassen und den Markt mit diesen, zu Spottpreisen angebotenen drittklassigen Plagiaten, kaputt machen. Da sind wir dann doch lieber in den oben erwähnten Pub gegangen und haben uns ein Nachmittagsbierchen gegönnt. Dann gings auch schon wieder zurück zum Hostel, am nächsten Tag sollte es dann in den Zoo gehen, wenn wir schon in freier Wildbahn kaum lebende Tiere sehen, dann doch wenigstens dort.

Und wieder Erwarten begrüsste uns Melbourne sogar mit strahlendem Sonnenschein und muckeligen 28 Grad. Der Zoo war auch cool, nur der tasmanische Teufel war nirgends zu sehen in seinem Gehege, Tasmanien scheint uns wirklich nicht das Dreckige unterm Nagel zu  gönnen.


Das sind die dankbarsten Tiere zum Fotografieren. Da hat man lockere ein bis zwei Stunden Zeit alle Einstellungen an der Kamera vorzunehmen und der Kleene hat sich noch keinen cm bewegt.

Hier noch ein kleiner Nachtrag zu Bruny Island, da hat ja nicht so ganz geklappt mit den Pinguin - Fotos, im Zoo waren die etwas fotogener...
Morgen gehts dann weiter nach Sydney mit einem noch zu definierenden Zwischenstopp, da sinds dann auch wieder 35 Grad. Und wir hoffen einfach mal, dass das dann mit den Umbuchungen unserer Flüge geklappt hat. :-)

Backo

12 Januar 2013

Tasmanien I Australien II.

Wir haben es dann doch tatsächlich geschafft, vor weiteren Feuern verschont zu bleiben. Das ist im Moment in Australien allerdings gar nicht so einfach, hier brennts jetzt auch auf dem Festland an diversen Stellen. Das nur zur aktuellen Lage.

Hobart City.

Wir waren ja dann erst einmal wieder zurück in Hobart, und haben in den Transit Backpacker eingecheckt. Leider konnten wir in den drei Tagen das Mysterium um den Mann, der dort auf der Couch lebte, nicht lösen. Es gibt aber einige Therorien:

Es war der ältere Bruder von Jopi Heesters, wenn seine äußere Erscheinung sein wirkliches Alter verraten hat, oder aber es war der jüngere Bruder von Keith Richards, wenn er seine Kerze einfach von noch mehr Seiten angezündet hat, als der Rolling Stones Schreihals. Beides könnte ich mir durchaus vorstellen. In Australien versteckt er sich dann wohl, um den nervigen Paparazzi zu entgehen. Ziemlich unwahrscheinlich, aber nicht ganz außer Acht zu lassen ist die Möglichkeit, dass er bzw. sein Heim dem Buschfeuer zum Opfer gefallen ist und hier Unterschlupf gefunden hat, das würde auch erklären, dass er immer exakt die selben Klamotten anhatte, zumindest oberflächlich, weiter habe ich nicht nachgefragt. Ich würde aber zu einer der ersten zwei Möglichkeiten tendieren, diese hier kommt mir dann doch etwas zu weit hergeholt vor.

In Hobart haben wir uns dann erstmal von dem Schock erholt, uns ein bisschen mit einem deutschen Pärchen angefreundet, die seit 10 Monaten in Australien unterwegs ist, und von Sabrina direkt aufgrund dialektologischer Erkentnisse als aus Magdeburg kommend geoutet wurden. Das Mädel hat übrigens Gebärdendolmetscherei studiert, 1. wussten wir nicht, dass man das studieren kann, und 2. haben wir uns gefragt, wie man darauf kommt. Zu 2. hatte sie dann aber eine plausible Erklärung parat: "Ich hab da mal was drüber im Fernsehen gesehen, und da fand ich das ganz interessant". Na ja, immerhin mehr, als 95% der BWL - Studierenden vorzuweisen haben.

Da wir aber Tasmanien noch eine Chance geben wollten, haben wir uns noch mal für 3 Tage ein Auto gemietet und sind dann nach Bruny Island gefahren, das müsst ihr euch folgendermaßen vorstellen. Ihr fliegt auf eine riesige Insel namens Australien an den Arsch der Welt, dann fahrt ihr mit der Fähre 500km nach Tasmanien, und da an der südlichsten Spize nehmt ihr noch eine Fähre nach Bruny Island. Mein lieber Herr Gesangsscholli, da ist mal wirklich nichts los. Aber schön isset da.

Auf der Insel von der Insel von der Insel / Bruny Island.


Bruny Island.

Allerdings hat Tasmanien netterweise versucht, uns den Abschied nicht ganz so schwer zu machen, und die Heizung um 20 Grad runtergedreht. Da war es natürlich auch nicht gerade hilfreich, dass wir in einem Anfall von Sparsamkeit und/oder Geiz die billigste Übernachtung gewählt hatten, die wir finden konnten, in Form eines fest installierten Wohnwagens auf einem Campingplatz. Ich vermute, der oben erwähnte Mann auf der Couch wurde hier drin geboren, wenn nicht sogar gezeugt. Dementsprechend gab es auch keine Heizung und noch nicht mal, was für eine Frechheit, Wi-Fi. (Jawoll, Sabrina hat mich tatsächlich gezwungen, dass noch einmal explizit nachzufragen ;-) ) Ich geh davon aus, dass Wi-Fi für die ein Dosentelefon ohne Kabel ist, und da das ja nun mal überhaupt keinen Sinn macht, wurde meine Anfrage auch nur mit einem unverständlichen Lächeln quittiert.

Das Ding war echt nur noch nen Haufen Schrott...

...aber wer braucht schon Fenster die sich schließen lassen bei Temperaturen um die 0°.
Aber wofür brauchen wir Internet, wenn wir uns von Mutter Natur unterhalten lassen können, und da hatte Bruny Island tatsächlich etwas grandioses zu bieten. Nachdem wir uns mit 6 Schichten Kleidung in die unbarmherzige Kälte gestürzt hatten, sind wir zum Strand gefahren, wo wir schon von einem Ranger empfangen wurden. Wenn es dunkel wird, kommen nämlich hier die kleinen Pinguine an Land, um ihre Jungen zu füttern. Leider nehmen die das mit dem Dunkel sein ziemlich genau, so dass wir noch etwa 1,5 Stunden warten mussten, hat den tasmanischen Papa in kurzen Hosen anscheinend nicht gestört, und es war wirklich saukalt, ich vermute, nicht mehr als 3-4 Grad mit ordentlich Wind. Egal, das hat sich auf jeden Fall gelohnt, als die putzigen Wichte so langsam an Land getrottet kamen, also wer die nicht süß findet, hat kein Herz. Punkt. Leider konnten wir keine Fotos machen, da nur Rotlicht erlaubt war.

Obacht-Pinguine:-)

Alles was der gut sortierte Rucksack zu bieten hat, hatte ich an und es war trotzdem s***kalt.

Hier kamen die Pinguine abends gemächlich bei 3° angewatschelt-deren Fell müsste man haben, dann würd ich auch so gemütlich durch die Gegend marschieren.
Nachdem wir überraschenderweise auf der Rückfahrt kein Tier auf die Hörner genommen haben, haben wir eine Schicht abgelegt und es uns in unserem Kühlschrank gemütlich gemacht. Am nächsten Tag sollte es in den Cradle Mountain Nationalpark gehen, da mussten wir fit sein. Eine Sache sollte aber noch gesagt sein, das nasskalte Wetter mit ordentlich Regen in der Nacht war natürlich für die von Feuern gebeutelten Tasmanier ein Segen, da wollen wir die Ansprüche zweier bummeliger Langzeiturlauber überhaupt nicht in den Vordergrund stellen, aber so ein, zwei klitzekleine Grade mehr... :-)

Im Cradle Mountain Natinalpark hatten wir uns auf einem Campingplatz für 80$ zwei Betten in der hostelähnlichen Unterkunft gebucht, das da noch mal 15 Dollar pro Nacht für Decken drauf kommen, wussten wir natürlich nicht. War die Unterkunft das Geld wert? Urteilt selbst:

Das macht dann bitte 95$ für 2 Betten!

Aber, wir lassen uns von sowas die Laune natürlich nicht verderben, auch nicht vom komischen Geruch im Zimmer. Die Küche war nämlich dafür der Hammer, riesengroß mit muckelig warmem Ofen in der Mitte. Dort haben wir dann auch die meiste Zeit unseres ersten Tages verbracht, abends kamen dann noch ein paar Australier rein, die gerade den Overland Track (88 km durch den ganzen Nationalpark) gemacht hatten, die hatten auch ein paar lustige Geschichten auf Lager, und konnten mir auch die Cricketregeln nochmal erläutern, was an dem Spiel so aufregend ist, versteh ich aber immer noch nicht. Am nächsten Tag haben wir uns dann einen der Tagestracks ausgesucht, natürlich den kürzesten, wir wollten unser Glück ja nicht überstrapazieren, und das war gar nicht mal so anspruchslos, ich hatte ja mit nem schönen, asphaltierten, Wanderweg gerechnet, aber Pustekuchen, da gings über Stock und Stein, das war aber echt cool, weil die Vegetation alle Nase lang gewechselt hat, und das Wetter sogar auch mitspielte. Und dann der Knaller: ungefähr 2 Meter neben uns ein kleines Känguru (Wallaby), und zwar lebend. Großartig, das alleine war den Weg schon wert. Überglücklich und beschwingt sind wir dann nach Hause gehüpft, da hat auch der Mehrfach - Mückenstich in meinem unteren Rückenbereich nicht gestört.

Cradle Mountain National Park.


Cradle Mountain National Park.


Cradle Mountain National Park.

Cradle Mountain National Park.


Cradle Mountain National Park.


Cradle Mountain National Park.
Zu Hause allerdings ist dann relativ schnell klar gewesen, dass es sich nicht um einen Mückenstich gehandelt hat, sondern wir anscheinend Bettwanzen im Zimmer hatten, und nach der Anzahl der Stiche zu urteilen, muss das quasi das NRW unter den Bettwanzenstaaten gewesen sein. Ich denke, mit gut über 150 Stichen übertreibe ich nicht. Und die jucken vielleicht, also das so was in solch einer Premiumunterkunft vorkommt, hätte ich nicht gedacht. Offensichtlich hatte ich dann auch noch ein paar von den Kollegen eingepackt, denn nachdem wir noch eine Nacht in Hobart geschlafen hatten, sah ich noch mehr aus wie ein Streuselkuchen. Aber was will man machen, schnell den Bettwanzenhofstaat eingepackt und ab nach Melbourne. Und da sind wir jetzt, schönes Städtchen bisher, nichtsdestotrotz haben wir aufgrund von Buschfeuern, Bettwanzen und der unbefriedigenden monetären Situation (Entweder wir haben zu wenig Geld, oder hier ist alles einfach viel zu teuer), entschieden, unseren Abflug nach Neusseland um zwei Wochen vorzuziehen, und Brisbane keinen Besuch mehr abzustatten. Das war zwar keine leichte Entscheidung, gerade weil ich ja auch noch ein paar Bengels kenne dort, aber die Entscheidung steht, und wir haben auch schon alles soweit klar gemacht. Australien, wir kommen wieder ... wenn wir im Lotto gewonnen haben. Aber jetzt haben wir erstmal noch ein paar Tage in Melbourne und Sydney, die wir noch genießen werden.

Backo

07 Januar 2013

Tasmanien I Australien.

In letzter Sekunden haben wir dann doch noch gemerkt, dass wir um ein Haar zum falschen Hafen gefahren wären, aber es ist dann doch alles gut gegangen, Sabrina ist mit dem Flieger nach Hobart und ich bin mit dem Camper auf die Nachtfähre. Die war ziemlich unspannend, nach Ice Age 4 im fähreneigenen Kino habe ich versucht ein paar Stunden Schlaf in meinem Sitz zu bekommen, was erstaunlich gut funktioniert hat. Auch die Fahrt nach Hobart war kein Problem, so viele Straßen gibt’s nicht in Tasmanien. Was mich hier vielleicht schon hätte stutzig werden lassen sollen, waren die sehr trockene Umgebung, es sah eigentlich aus wie auf dem Festland, dabei sagt man ja, dass Tasmanien aufgrund des Klimas deutlich grüner ist. Kalt war es allerdings, das passte also. Die letzten 20 Kilometer habe ich noch zwei Tramperinnen aus Wales mitgenommen, wie ich den Patschuli – Geruch aus der Polstergarnitur bekommen sollten, wusste ich da noch nicht, aber man ist ja kein Unmensch.

Wir haben uns schon gewundert, dass alles so mega trocken aussieht, wo doch in Tasmanien angeblich alles so grün sein soll!?
Ich habe dann Sabrina beim Hostel abgeholt, und nachdem wir Kühl – und Vorratsschränke gefüllt hatten, ging es los Richtung Swansea und Wineglass Bay. Hier hatten wir uns einen kostenlosen Campingplatz ausgesucht, der direkt am Meer lag. Der war zwar schon relativ voll, aber nach kurzer Absprache haben wir noch ein Plätzchen gefunden.


Unser Strand beim Free Campingplatz - da ließ es sich schon aushalten...
Unser schönes Wohnmobil - mal schauen, was aus dem guten Gefährt wird. Noch steht es am Evakuierungszentrum ...

Wir haben dann noch ein bisschen am Strand rumgegammelt um dann in unserer Küche ein paar Burger zuzubereiten. Als wir am nächsten Morgen aufgestanden sind, hatten wir schon im Gefühl, dass das unter Umständen ein ziemlich heißer Tag werden könnte. Wir sind dann erstmal nach Swansea rein, um Wasser zu entsorgen und nachzuladen, und noch ein paar Buchungen für die restlichen Tage auf Tassie zu erledigen. Mit dem Internet ist hier aber echt nicht so einfach, da sind die echt noch ein bisschen hinterm Mond. Im Besucherzentrum wurden wir aber fündig. Bei der Abwasserablasstelle haben wir ein älteres australisches Pärchen getroffen die meinten, dass wir für Wineglass Bay schon zu spät dran wären, wir sind dann aber trotzdem mal zur Info gefahren. Der nette Herr dort meinte aber auch, wir sollten erst ein paar kürzere Walks machen und dann nachmittags zum Wineglass eiern. Das hatte sich dann aber auch erledigt, weil unsere Kreditkarte wieder mal nicht so wollte wie wir, und wir den Eintritt in den Nationalpark nicht zahlen konnten. Nach ein paar witzigen Sprüchen über Deutsche und mitleidigen Blicken der immer länger werdenden Schlange hinter uns, haben wir uns dann entschieden, einfach ein bisschen unten am Strand rumzulaufen. Da waren auch ein paar Shops, und ein ATM, an dem wir auch tatsächlich Geld bekommen haben, das soll mal jemand verstehen. Da es mittlerweile sauheiß geworden war, und daher die Walking Tracks wohl auch am nächsten Tag geschlossen sein würden, haben wir uns entschlossen, Wineglass Bay auf ein paar Tage später zu verschieben und sind zum Nine Mile Beach gefahren. Obwohl der ja nun doch ziemlich lang ist, war der gar nicht so einfach zu finden. 
9 mile beach.
Danach gings zurück zum Campingplatz, das Thermometer zeigte mittlerweile übrigens 41 Grad, Rekord unserer bisherigen Reise. Dementsprechend wurde auch ein Verbot jeglicher Feuer ausgesprochen, was unsere Nachbarn nicht wirklich gestört hat. Hätten wir da schon gewusst, was noch kommen würde, hätten wir vermutlich anders reagiert, beispielsweise mit einer gepflegten Kopfnuss für die Zwei.

Am nächsten Tag, auf unserem Weg nach Port Arthur, haben wir nämlich bereits einige dicke Rauchwolken gesehen, die uns aber noch keine großen Sorgen bereitet haben, was wissen wir Deutschen schon von Waldbränden, wir sind doch froh, wenns mal zwei Tage hintereinander über 20 Grad ist. Waldbrand, das kennt der Deutsche doch praktisch gar nicht. (Wer das abgewandelte Zitat erkannt hat, darf sich jetzt die Superstau – Fanclub - Nadel in Bronze anheften) Auch hier gilt, hätten wir gewusst, was noch kommt, wären wir vermutlich umgekehrt. Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Als wir an unserem Campingplatz angekommen sind, war schon ein Schild aufgehängt, dass die Straßen zurück nach Hobart gesperrt sind, aufgrund von Bränden. Da die meisten vermutlich nicht die Tasmanien – Karte direkt vor Augen haben, Port Arthur liegt auf der tasmanischen Halbinsel ganz im Süden, d.h. wenn die eine Straße dicht ist, gibt es auch kein Zurück mehr.

Ganz Touri-like erstmal Fotots vom Feuer gemacht, anstatt sich vielleicht zu fragen, ob es so clever ist auf eine Halbinsel zu fahren, während es an der einzigen Ein- und Ausfahrtsstrasse mächtig brennt.

Ansonsten war es in und um Port Arthur aber richtig schön!

Unsere Nachbarn auf dem Campingplatz, gebürtige Tasmanesen, haben sich relativ schnell entschlossen, zum Port Arthur Besucherzentrum zu fahren, da es dort wohl sicherer sei. Da die Herrschaften sich einigermaßen besorgt anhörten, und uns netterweise anboten, ihnen zu folgen, und unser Wissen über Waldbrände weiterhin beschränkt war, nahmen wir dieses Angebot dankend an. Port Arthur ist übrigens ein weiteres Weltkulturerbe, da waren wir auch schon kurz vor unserer Ankunft am Campingplatz, aber 33$ Eintritt war uns zu viel, weil, sind wir mal ehrlich, was hier in Australien als historisches Gebäude gilt, ist in Deutschland sanierter Altbau. Außerdem kamen wir jetzt sowieso in den Genuss, uns das anzugucken, ohne zu zahlen. Wir durften nämlich unseren Camper direkt auf der Rasenfläche davor parken. Folgendes Schild machte uns dann auch doch etwas Sorgen:

Ja gut, so hat das Elend angefangen.

Dazu kam, dass mittlerweile auch der Strom ausgefallen war, und es nur noch ein funktionierendes Telefon gab, von dem aus wir die Wohnmobilverleih – Firma anrufen konnten, um zu sagen, dass wir es wohl am nächsten Tag nicht zur vereinbarten Rückgabe schaffen würden. Das ging aber leider nur über eine 24 – Stunden Hotline, so dass wir hoffen mussten, dass die das auch an die Außenstelle in Hobart weitergeben würden. Da man erstmal nichts tun konnten, haben wir uns kurz die „historischen“ Gebäude angeschaut, und dann mit unseren neu erworbenem Würfelset eine Runde Kniffel gespielt. Irgendwoher wurde auch immer wieder Essen angekarrt, der Grill (Gas versteht sich) lief eigentlich die ganze Zeit. Überhaupt muss man den Hut vor den Leuten ziehen, die haben die Situation wirklich großartig gemeistert und auf jede Frage, auch wenn die sie zum 20sten mal gehört haben, geduldig geantwortet. Das ist gerade auch deswegen ziemlich beeindruckend, weil es in Tasmanien das letzte Mal einen Brand diesen Ausmaßes 1897 gegeben hat, das war übrigens ironischerweise genau der, der Port Arthur zum Teil zerstört hat. So viel dann auch dazu, dass wir hier angeblich sicher wären. Zumindest waren wir aber direkt am Wasser, was bei Feuer ja erstmal nicht verkehrt ist. Wir hatten uns mittlerweile auch ein bisschen mit unseren Nachbarn, Peter und Wynne, angefreundet, und so ging der Tag recht schnell rum. Über den Tag verteilt gab es auch immer wieder Updates bzgl. der Situation, aber auch kurz bevor wir ins Bett sind, hieß es nur, dass die Straßen unter Umständen am nächsten Tag geöffnet werden würden, aber sicher könnte man da nie sein.

Das war ein Teil der Schlange, um das einzige Telefon nutzen zu können was noch ging bzw. ging das auch nur ein paar Stunden, weil alle Masten (Strom, Telefon etc.) abgebrannt sind.
Der nächste Tag startete dann wieder mit einem zünftigen Burger zum Frühstück, zur Verfeinerung und es war ja schließlich morgens, mit einem Ei garniert. Da gab es dann auch doch noch was lustiges zu beobachten. Ein etwa 70 Jahre altes Pärchen, bei dem die Dame stolz eine Baseballkappe mit der Aufschrift "Hustler" trug. Kurz zur Erinnerung, wir sprechen hier ja von englischsprachigen Menschen, die sich der Bedeutung durchaus bewusst sein sollten. Umso verwunderlicher, dass auch der hinten auf der Kappen befindliche Zusatz "Hardcore since 1974" die Zustimmung der Omi fand.

Viel Neuigkeiten gab es indes nicht, man hatte allerdings jetzt zwei Möglichkeiten: in Port Arthur bleiben oder mit Bus und Fähre zurück nach Hobart gebracht zu werden. Da wir ja irgendwie das Wohnmobil zurück bringen mussten und wir noch nicht wie andere, eine finale Ansage der Mietfirma hatten, dass wir das Fahrzeug stehen lassen könnten, haben wir uns, in Absprache mit Peter, dazu entschlossen, zu bleiben. Im Laufe des Tages wurden aber irgendwie alle, inklusive der Angestellten, deutlich nervöser, als am Tag davor und auch Peter, der davor noch die Ruhe selbst war, wollte jetzt raus. Also haben wir uns dann (vorläufig) doch entschlossen, die Fähre zu nehmen, und alles weitere in Hobart zu klären. Wir hatten ja glücklicherweise eine bestehende Buchung im Hostel.

Um 16.00 Uhr sind wir dann also mit all unserem Gepäck in den Bus gestiegen, der uns nach Nubeena gebracht hat. Da standen schon mehrere hundert Leute, die auf die Fähre wollten, und wir mussten uns wieder entscheiden, ob wir uns einreihen wollen, mit der Gefahr, hier nächtigen zu müssen, oder zurück nach Port Arthur zu fahren, ohne zu wissen, wann die Straßen wieder geöffnet werden würden. Eigentlich waren wir schon so weit, zurückzufahren, als uns ein netter Wachtmeister vorgerechnet hat, dass wir auf jeden Fall bald auf eine der Fähren kommen würden. Vermutlich war hier der Wunsch Vater des Gedanken, oder der Herr Polizist war im Zahlenraum bis 300 auch nicht ganz so fit. Das wussten wir da aber noch nicht, also stellten wir uns artig an. Die ersten zwei Stunden machte es auch noch Spaß, sich ein bisschen die lokale Bevölkerung anzuschauen, da hat man schon recht klar gemerkt, dass es hier richtig auffem Land ist, da geht’s halt ein bisschen kerniger und derber zu, Zitat eines sympathischen jungen Herrn mit der tasmanischen Flagge auf den Hals tätowiert: „Warum dürfen denn die ganzen Fot… zuerst aufs Boot, und diese ganzen Chinesen auch?“. Der Kollege war auch mit seiner Mutter unterwegs, und da Familien mit kleinen Kindern, Ältere und kranke Menschen bevorzugt wurden, versuchte die es erst einmal mit Asthma. Auf Nachfrage eines Polizeibeamten: „Also, Sie haben Asthma?“ kam ein „Na ja, also nicht richtig Asthma, aber manchmal atme ich schwer“. Hat irgendwie nicht geklappt, dann hat sie aber aufgeschnappt, dass ein Mann an der Reihe vorbei konnte, weil er Bluthochdruck hat, das motivierte sie dazu zu rufen: „Bluthochdruck… das hab ich doch auch“. Später, nachdem sie sich bereits mit Hilfe ihres „Eigentlich darf ich Tasmanien nicht verlassen, sonst werde ich verhaftet“ – Sohns knappe 20 Meter vorgedrängelt hatte, bot sie dem Polizisten noch an, doch ihren Doktor anzurufen, der würde ihre, wie auch immer geartete, Krankheit bestätigen. Wurde auch dankend abgelehnt, aber durch äußerst aktives Anstellen hat es die Brut dann tatsächlich auf die erste Fähre geschafft.

Für uns hatte sich mittlerweile abgezeichnet, dass es noch ein langer Tag werden würde, da sich bei jeder Fähren – Ankunft eine zweite Schlange mit Familien mit Kindern bildete, was zu verschiedenen Vermutungen führte: „Ist da oben irgendwo ein Spielplatz?“, „gibt es da oben ein Rent – a – Kid?“ Die Tochter einer Familie bot irgendwann großzügig an, sich fürs Team das Bein brechen zu lassen. Wir hatten mittlerweile eine Australierin und einen in Australien lebenden Engländer kennengelernt, die ziemlich witzig drauf waren, und so vergingen die 6 Stunden, bis wir endlich auf die Fähre durften, wie im Fluge. Kurz vorher wurde aber noch einmal ein Bus aus Port Arthur angekarrt, der dann Priorität beim Boarden der Fähre hatte. Kurz nochmal zur Erinnerung, wir hätten also einfach bei Burgern und Muffins in Port Arthur bleiben können, und dann schön an der Schlange vorbeispazieren. Warum das genau so gehandhabt wurde, konnte uns auch keiner erklären. Aber am Ende des Tages muss man auch sagen, dass wir 2 Tage unserer Ferien in den Sand gesetzt haben, und Familien hier ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, da saßen Familien, die hatten nicht mehr dabei, als dass, was sie am Leib trugen, eine kleine Tasche und zwei Hunde. Also werden wir uns sicher nicht über Gebühr beschweren.


Hier haben wir diverse Stunden darauf gewartet auf die Fähre zu kommen, aber wenn man nicht unter 12, über 70 und einigermaßen gesund ist, hat man sich erstmal hinten anzustellen.
Nach einem schönen Sonnenuntergang haben wir es dann doch auf die vorletzte Fähre um halb elf abends geschafft und sind dann gut in Hobart angekommen. Trotzdem Bushfire - nein danke. Brauchen wir nicht noch mal
Nachdem wir dann in Hobart angekommen war, es war mittlerweile 1 Uhr nachts, wurden wir noch in ein Recovery Center gebracht, wo es dann noch mal Essen und Getränke gab, Kleidung für die, die nichts hatten und unsere Namen und Kontaktdaten aufgenommen wurden. Dann wurden wir auf Staatskosten ins Hostel gefahren und sind mehr oder weniger sofort ins Bett gefallen. Am nächsten Tag habe ich dann noch die Schlüssel exklusive des dazugehörigen Fahrzeuges zur Mietwagenfirma gebracht, die konnten uns jetzt aber auch nicht sagen, ob wir noch irgendwas zahlen müssen, die Karre war natürlich dreckig, nicht aufgetankt und nicht entleert. Wie das sich am Ende finanziell darstellt, werden wir also erst im Laufe der Woche erfahren. Auf der Liste können wir jetzt also Waldbrand und Evakuierung abhaken, muss man nicht haben. Da das auch unsere restliche Planung durcheinander gebracht hat, müssen wir uns jetzt erstmal neu sortieren, und ein Fleckchen in Tasmanien finden, das nicht brennt.
Backo

Edit: Heute haben wir uns mal eine Zeitung gekauft, und das ist dann doch schon ganz schön krass, wenn man da drin Leute sieht, die mit einem selber in der Schlange zur Fähre standen und ihr gerade gekauftes Haus verloren haben.

Edit 2: Kleine Verbesserung: Die Tätowation des jungen Herrn war nicht die tasmanische Flagge, sondern die der Aborigines, sah gar nicht wie einer aus, der kleine Vollasi.

Great Ocean Road I Australien.

In Adelaide hatte ich aus irgendeinem Grund noch mal geschaut, wie es denn wohl so mit Autos/Wohnmobilen leihen in Australien funktioniert, wenn man, wie ich, nur den rosa Lappen sein Eigen nennt, und sind wir mal ehrlich, das auf dem Foto könnte auch Alf mit Dreadlocks sein. Die Recherche und ein Blick in unsere Mietvereinbarung hat dann ergeben, dass man eigentlich einen internationalen Führerschein braucht, eine beglaubigte Übersetzung aber wohl auch ausreicht, die wir übrigens von der Botschaft oder einem Konsulat ausgestellt bekommen konnten, die hatte aber natürlich zu, und würde auch erst zwei Tage später wieder aufmachen. Sabrina hatte ihren internationalen Führerschein dabei, aber abgesehen davon, dass dieser nur in Verbindung mit dem deutschen gilt, den sie wiederum aus Gewichtsgründen zu Hause gelassen hatte, wiegt das Geschoss, das wir zeitnah durch australische Straßen steuern sollten, locker über 3,5 Tonnen, d.h. streng genommen hätte sie es sowieso nicht fahren dürfen, die Strafe der späten Geburt nennt man das wohl. Die Strafe hätte es aber wohl eher für mich gegeben, da ich ja vor Abreise vollmundig getönt hatte, ich hätte mit meinem rosaroten Wisch und meinem guten Namen bereits überall einen Mietwagen bekommen.

Mit einem dementsprechend mulmigen Gefühl in der Magengegend machten wir uns also auf den Weg zur Mietwagenfirma. Meinen Führerschein hat der Kollege dort dann aber anstandslos akzeptiert, und wir wollten schon jubeln, als wir vor dem nächsten Problem standen. Die Zahlung der Kaution über Sabrinas Kreditkarte ging nicht durch, und wir hatten, und jetzt sind wir mal ganz ehrlich, in einem Anfall unfassbarer Kurzsichtigkeit und Dummheit, nur eine Karte mitgenommen. Nach einer kurzen Unterhaltung mit einer wieder mal sehr wenig kooperativen Mitarbeiterin der DKB sahen wir unsere Felle bzw. unser fahrbares Haus schon davonschwimmen. Dann kam uns, bzw. Sabrina, Ehre, wem Ehre gebührt, der Einfall, dass wir ja trotzdem meine Kreditkarte nehmen könnten, da ich die Nr. im Kopf hatte. Und oh Wunder, das ging tatsächlich durch. Mit einstündiger Verspätung gings dann also auf die Bahn. Und das war vielleicht ein Gefährt, 8m Wohlfühloase auf Rädern, braucht man nicht für 2 Leute, ist aber trotzdem geil.

Da wir nicht so viel Zeit hatten, sind wir die ersten 550 km bis Portland ziemlich zügig durchgefahren, nicht ohne immer Ausschau nach lokalem Getier zu halten. Stand Portland: 4 Koalas, zwei davon tot, ungefähr 148 Kängurus, davon leider keines lebend. Bei den Koalas macht das ja noch Sinn, das muss man sich wahrscheinlich so vorstellen: Koala wackelt aus unerfindlichen Gründen auf die Straße… sieht das Auto… denkt kurz nach „jetzt müsst ich mich aber beeilen“. Da Koalas aber 1. nicht die Einsteins unter den Säugetieren sind und sich 2. Der Bewegungsdrang bei einem durchschnittlichem Schlafpensum von 22 Stunden pro Tag vermutlich in Grenzen hält, denkt er sich wahrscheinlich dann „Scheiß drauf, ich bleib hier, so viel verpass ich nun auch nicht“. Warum aber so ein athletischer Typ wie das Känguru da nicht mal die Beine in die Hand nimmt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber ich schweife ab, ist aber auch nicht schlimm, in Portland gabs nichts dolles zu sehen, da haben wir nur genächtigt, um dann am nächsten Tag die Great Ocean Road in Angriff zu nehmen.


Minitankstelle am Arsch der Heide, hier durfte man nur 20 Liter tanken und Diesel gabs gar nicht, schlecht, wenn man schon auf Reserve fährt...
Leider war es morgens etwas bewölkt, klarte dann aber im Laufe des Tages auf, und wir konnten die Strecke genießen. Alle Naselang gab es einen Look – Out, von denen wir uns die Rosinen rausgepickt haben, z.B. Bells Beach, wo auch „Gefährliche Brandung“ gedreht wurde und natürlich die 12 Apostel, wobei sich da aber  mindestens 5 von den Jungens ziemlich gut versteckt hatten.


An einem der 500 Look - Outs
Schon schön an der Großartigen Ozean Straße ...


Das Fenster zum Meer
Schild am Bells Beach
Surfer am Bells Beach
Ein wirklich zauberhaftes Pärchen, dass wir auf der Great Ocen Road kennengelernt haben...
Wir haben es dann nach kontinuierlicher Suche tatsächlich auch noch geschafft, einen Koala zu finden, der sogar nicht geschlafen hat, aber leider ziemlich hoch im Baum hing, trotzdem ein putziges Kerlchen. 
Was haben wir uns die Augen aus dem Kopf geguckt, bis wir den lustigen Gesellen gefunden haben, und dann auch noch wach, das ist wie ein Sechser im Lotto...mit Superzahl...
Nach dem Vergnügen kam dann leider noch die Arbeit, da wir ja noch keinen Platz zum Schlafen für die Silvesternacht hatten. Ihr merkt, Australien ist eher lückenhaft geplant, ihr könnt ja mal raten, wer von uns für die Planung zuständig war, zu gewinnen gibt es ein Stück australische Autobahn (Die kann man nämlich hier gegen einen kleinen Obolus adoptieren). Die Suche gestaltete sich überraschenderweise recht schwierig, das konnte ja keiner ahnen. Nichtdestotrotz hatten wir noch Augen für die kleinen Amüsements am Rande, wie z.B. die Bagage junger australischer Kerle, die schon um 17.30 Uhr so dermaßen die Lampen anhatten, dass ich drauf gewettet hätte, das die Silvester nicht mehr erleben würden. Nachdem wir uns schon überlegt hatten, wo wir uns denn hinstellen würden, um möglichst sicher vor der Polizei und den 200$ Strafe fürs wilde Campen zu sein, haben wir dann doch noch ein Plätzchen gefunden, hat zwar 70$ gekostet, aber zum Jahreswechsel ging das schon in Ordnung.


Unser Superior - Campingplatz zu Silvester, leckeres Bierchen dabei, was will man mehr...
Den haben wir dann sehr ruhig bei einem Glas Wein und ein paar Fläschen Bier in unserem Eigenheim verbracht. Am nächsten Tag mussten wir ja dann zur Fähre bzw. Sabrina zum Flughafen.

Backo

Adelaide I Australien.

Australien ist ein Arschloch, zumindest zu uns und bis jetzt… So, das muss auch mal gesagt werden, aber fangen wir doch von vorne an.

Der Flug nach Adelaide war ziemlich gut, da wir beide zwei Sitze hatten und auch mal eine kleine Mütze Schlaf bekommen haben.

Der Schöni ist fast ausgeflippt vor Freude als er seine Lieblingssüßigkeit in Überlebensgröße gefunden hat-die Kinder die er dafür weggeschupst hat fanden es nicht so lustig:-)

Und dann waren wir auch schon da: Australanesien, Heim vieler lustiger Tiere und der Menschen mit dem witzigsten englischen Akzent. Viel gehört hat man über die schlimmen Dürren und Waldbrände hier und dann das… Arschkalt wars…also allerhöchstens 20 Grad, morgens um 6.30 Uhr. Frechheit, und eine Fahrt mit dem TukTuk für nen Appel und nen Ei hat uns auch keiner angeboten. Na ja, mussten wir uns mit dem Linienbus begnügen, der auch mehr oder weniger direkt vor unserem Hostel gehalten hat. Da war leider noch keiner, also mussten wir erstmal ne Stunde warten. Unser Zimmer war aber zum Glück direkt frei, 68$ für ein Doppelzimmer im Miniformat ohne eigenes Bad war natürlich für uns verwöhnten Südostasien ein Schock. Darauf mussten wir uns erst noch mal ne Stunde aufs Ohr hauen. Danach gings wie immer per Pedes Richtung Stadt, leider wars immer noch ziemlich schattig. Das Erste was wir gemacht haben, war in den lokalen Supermarkt zu rennen um uns die westlichen Köstlichkeiten anzuschauen. Das meiste davon wurde dann tatsächlich auch nur angeschaut, zum Kaufen war es leider zu teuer. Mein lieber Scholli, sicherlich sind wir etwas andere Preise gewöhnt aus Asien, aber was die hier aufrufen ist schon Wahnsinn. Dafür haben sie allerdings offensichtlich gelernt, wie man Brötchen backt. Also haben wir uns vier leckere Spitzbrötchen mit Humusdip geholt und die im Park verspeist.

Unsere erste Amtstat in Australien-Brötchen:-)

 Danach sind wir noch ein bisschen über den Markt und die Einkaufsstrasse flaniert, aber auch hier galt: Nur angucken, nicht kaufen. Um eine Sache bin ich dann aber nicht drum rum gekommen, ein Brekkie-to-go-go-Smoothie von Fruchtshakedealer meines Vertrauens. Diese vollwertige Mahlzeit bestehend aus Joghurt, Banane, Honig, Müsli und Milch hatte ich seit 7 Jahren nicht mehr zu mir genommen und entsprechend hoch waren die Erwartungen. Sagen wir mal so: ich war nicht komplett enttäuscht, aber solch eine lange Glorifizierung eines Produktes tut dem Genuss nicht gut… Ach ja, teuer wars auch :-)

Kulturschock nach Asien. Es gibt Schilder, Wegweiser, Busfahrpläne. Wir waren komplett überfordert.


Ein schön bestrickter Baum, die Aussies haben viel Zeit:-)
Adelaide City.
Das Hostel ist ziemlich hellhörig, was dazu geführt hat, dass wir eine offensichtlich recht junge Deutsche 20 Minuten dabei belauschen durften, wir sie ihrem Gesprächspartner erst von ihren Ohrenschmerzen und dann von den diversen Hostels erzählt hat, bis das Gespräch durch den Satz „Oh, ich ruf dich gleich zurück, ich krieg gerade ganz schlimm Bauchschmerzen, ich muss mal kurz auf Klo“ jäh unterbrochen wurde. So ein bisschen haben wir das Gefühl, dass wir zu alt für den Scheiß, sprich Hostels, sind, zumindest in Australien, das ist schon auf jeden Fall ein anderes Klientel als in Südostasien.

Am nächsten Tag haben wir uns dann wieder mal Fahrräder geliehen, die gabs umsonst, und sind zum Strand geradelt. Leider haben wir uns mit der Strecke und/oder unserer geschätzten durchschnittlichen Geschwindigkeit etwas verkalkuliert, so dass wir nur etwa 1 Stunde am Strand Zeit hatten, da wir um 4 Uhr die Fahrräder wieder zurückbringen mussten. Da wars dann aber wirklich nett, und wir haben dann doch was gefunden, was in Australien immer noch deutlich günstiger ist…Sushi.

100€ für den, der uns sagen kann in welche Richtung man jetzt fahren soll... Schilderwüste Australien!

Stadtstrand von Adelaide.
Am Strand gabs dann noch einen Aquathlon – Wettbewerb, zu dessen Finale wir pünktlich eingetroffen sind. Verrückter Wettkampf, der aus Schwimmen und Laufen besteht, in der Königsdiziplin in der folgenden Reihenfolge: 500m Schwimmen – 1,7 km Laufen - 500m Schwimmen – 1,7 km Laufen 500m Schwimmen – 1,7 km Laufen. Rein inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln sag ich da nur. Nachmittags haben wir uns dann noch einen Atlas für unsere bevorstehende Tour besorgt, und das wars dann auch schon mit Adelaide. Am nächsten Tag sollten wir dann unser Wohnmobil bekommen, mit dem wir über die Great Ocean Road und dann nach Hobart düsen würden.

Backo

01 Januar 2013

In eigener Sache II.

Hallo Zusammen,

wir wünschen Euch ein frohes neues Jahr und alles Gute für 2013. Wir hoffen Ihr seid gut reingerutscht!

Wir sind gut in Australien angekommen, haben hier allerdings Schwierigkeiten Internet Zugang überall zu bekommen, daher erstmal auf dem Weg:-)

Ganz liebe Grüße

Sabrina & Backo