18 November 2012

Koh Rong Salmoem I Kambodscha.

So, die Zivilisation hat uns wieder. Drei Nächte haben wir jetzt auf Koh Rong Salmoem im Lazy Beach verbracht, und der Name ist hier Programm. Das Teil wurde von zwei Engländern vor acht Jahren eröffnet, Chris hat uns dann auch nach 2 – stündiger Überfahrt persönlich begrüßt, sein Kollege war gerade zum Pokern an der kambodschanisch – thailändischen Grenze. Ohne Chris zu nahe treten zu wollen, aber einer normalen Arbeit kann der wohl zeitnah nicht wieder nachgehen, da müsste man ja Dinge schneller als in Zeitlupentempo machen … und womöglich Schuhe tragen. Aber echt ein netter Typ und schon cool, das ganze Ding mit den eigenen Pfoten aufgebaut zu haben. Die Bungalows waren zwar sehr einfach gehalten, mit kaltem Wasser und Toiletten ohne Spülung (aber eine Bum Gun gabs auch hier J) aber direkt am Strand gelegen. Wir haben natürlich Bungalow Nr. 1 bekommen, Ehre, wem Ehre gebührt. Strom gabs auch nur von 18.00 – 22.00 Uhr. Viel machen tut man auf der Insel den ganzen Tag eigentlich nicht, die aufwendigste Aktion dürfte der 20 minütige Spaziergang zum anderen Ende der Insel gewesen sein. Hier haben wir eine Entdeckung gemacht, deren Ursprung wir bis jetzt noch nicht final klären konnten: Ein riesiger Haufen dampfender Kacke. Unsere erste Vermutung war ein Tiger, das haben wir aber recht schnell wieder verworfen. Letztendlich gehen wir davon aus, dass die lustigen kleinen Äffchen ausscheidungstechnisch ein Joint Venture gegründet haben, um den blöden Touris mal richtig Angst einzujagen. Hat ganz gut geklappt.

Ansonsten hat man viel in der Hängematte und im Meer rumgehangen und es sich gut gehen lassen. Abends haben wir dann immer in der Bar/Lounge/Restaurant abgehangen, gelesen oder 4 gewinnt gespielt (Hier könnt ihr Sabrina gerne noch mal persönlich nach dem offiziellen Endergebnis fragen). Viel mehr gibt’s eigentlich auch nicht zu erzählen, die Bilder sprechen für sich, denken wir. Waren auf jeden Fall ein paar sehr erholsame Tage. Ach ja, beim Schnorcheln haben wir bemerkt, dass meine angeblich wasserdichte Videokamera anscheinend doch nicht so wasserdicht ist. Schade, schade!

Eigentlich wollten wir dann wieder mit dem Mekong Express nach Phnom Penh, der fuhr aber nicht von dort, also haben wir uns von Chris überzeugen lassen, den Paramount zu nehmen (Ihr erinnert euch, einer der Anbieter, die man nicht unbedingt nehmen soll). Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Wir wurden dann, wieder auf dem Festland angekommen, von einem Minibus abgeholt und zur Busstation gefahren, und da stand er, ein Bus der Rith Mony Bus Company, das metallgewordene Böse, verantwortlich für gute 90% aller Busunfälle in Kambodscha, schon der Name hört sich an wie ein Bösewicht aus James Bond. Hier handelt es sich quasi um den Paten unter den Bus – Firmen, das was für K.I.T.T. in den 80ern K.A.R.R. war. Offensichtlich waren wir für Rith aber nur ein kleiner Fisch und weder gefährlich noch wohlhabend genug, so dass wir tatsächlich in einem Stück und ohne Beton an den Füßen in Phnom Penh angekommen sind.

Morgen geht’s dann weiter nach Ho Chi Minh Stadt. Schade eigentlich, Kambodscha war echt ein Knaller – Land.

Backo

 
So gehen die Jungs da auf Fischfang. Der wurde dann abends auf Bestellung frisch kredenzt.
Ausblick aus Hütte Nr. 1.


"Unser" Lazy Beach.

Der Alltag war jetzt nicht ganz so stressig:-)

Zu viel Zeit...

Zu viel Zeit-die Zweite...

Sonnenuntergang am Lazy Beach.

Unsere "kleinen" Mitbewohner. Die Kollegen waren ein gutes "großes Lineal" lang:-) Aber sehr süß!


Als wir auf den Horror-Bus gewartet haben, hab ich mich mit nem kleinen Local angefreundet-sie konnte wirklich ziemlich gut krakelige Kreise malen:-)

14 November 2012

Sihanoukville I Kambodscha.


Eigentlich wollten wir uns ja erst nach unserem Erholungstrip nach Koh Rong Salmoem wieder melden, aber die Fahrt nach Sihanoukville ist dann doch eine Erwähnung wert. Da wir leider das Büro unseres favorisierten Mekong Express nicht gefunden haben, haben wir uns auf einen GST Bus gebucht. Abgeholt wurden wir um 6.40 Uhr von einem bereits verdächtig abgeranzten Bus und dann zum Busbahnhof geschippert. Hier haben wir uns bereit gemacht, ordnungsgemäß unser Gepäck einzuchecken, und eine Quittung dafür zu erhalten. Als wir aber aus dem Bus raus waren (die Coolen sitzen ganz hinten), waren unsere Rucksäcke bereits im Bauch des modernen Reisebusses, zu erkennen an der komplett gesprungen rechten Seite der Windschutzscheibe, verschwunden … oder auch nicht. Vertrauen ist alles, also rein in die gute Stube. Hätte es uns hier schon verdächtig vorkommen sollen, dass diverse Plätze unbesetzt waren? Wahrscheinlich nicht, wir haben vermutet, dass das damit zusammenhängen könnte, das einige Sitze nicht mehr ganz der DIN entsprachen und man sie nicht mehr in die aufrechte Position bringen konnte ... auf solch einem habe ich es mir dann bequem gemacht. Kurz zum Merken, das ist noch wichtig, der Trip sollte 4 Stunden dauern.

 Nach einer Stunde waren wir noch nicht mal annähernd aus Phnom Penh raus. Mitten in der City haben wir dann noch einen Zwischenstopp eingelegt, um die restlichen 8 freien Plätze mit 16 Familienmitgliedern unseres Reiseleiters zu besetzen, ihr merkt, irgendwas stimmt mit der Rechnung nicht. Die 8 freien Plätze befanden sich übrigens fast ausschließlich um uns herum. Wir hatten es also nun mit einer kambodschanischen Großfamilie mit mindestens 3 Generationen (so 100% war das nicht nachzuvollziehen) zu tun, von denen mindestens zwei stundenlang in einer Lautstärke telefoniert haben, dass man meinte, es hat denen noch keiner gesagt, dass das ganze über Funk funktioniert. Außerdem war noch ein etwa 8 Monate altes Kind mit an Bord, das erstmal eine Stunde geschrien hat, bis die Mutter dazu übergegangen ist, den Kollegen einfach dauerhaft mit Muttermilch vollzupumpen, keine Ahnung, wo der kleine Kerl das alles hingesteckt hat, aber eins ist klar: wenn er keine Lactoseintoleranz hat, was ich nicht hoffe, da es sich dann vermutlich um eine lethale Dosis gehandelt hat, vermuten wir, dass er diese Nacht einen riesen Schub bekommt, den Knaben kann man morgen vermutlich einschulen. Gerade auch, weil zwischen den kleinen Milchmahlzeiten auch noch Zwischensnacks in Form von Bananenchips o.ä. gereicht wurden. Von diesen (den Chips, nicht den Milchmahlzeiten) haben wir dann auch ein paar abbekommen, sehr lecker.

Nach 3 Stunden gabs noch mal einen kleinen Stopp, wo man sich mit Essen und Trinken versorgen und die Toiletten aufsuchen konnte. Zum Glück hatten wir noch nichts gegessen, da es sich hier um, einigen sicher noch aus dem Frankreich der grauen Vorzeit bekannten, Hockklos handelte, und ich auf diese seit einem Erlebnis in meiner Kindheit im heimatlichen Freibad nicht so gut zu sprechen bin. Nur so viel sei gesagt, meine Mama musste die Badebuchse danach erstmal auswaschen.

Kurz danach gab es noch einmal einen Stopp, der durch eine beinahe Vollbremsung eingeleitet wurde, so dass wir schon befürchteten, irgendjemand hätte die Übersicht verloren und eins der Kinder wäre beim letzten Halt verschütt gegangen. Es wurde aber nur, von wem auch immer, ein Sack Gurken und eine Kiste mit gegrillten Insekten an die Familie gereicht. Die Frage ist auch, wie lange stand der Gurkendealer da schon und hat gewartet. Auf jeden Fall rechtfertigt das zum Teil die langen Telefonate, vermutlich wurde über einen für beide Parteien zufriedenstellenden Gurkenpreis verhandelt.  

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass das eine durchaus lustige Fahrt und eine wirklich nette Großfamilie war, wir lebend angekommen sind, und unsere Rucksäcke heil und nur marginal verdreckt angekommen sind. Und jetzt, wo man das Ganze noch einmal hat Revue passieren lassen kann, bin ich mir gar nicht sicher, ob wir beim nächsten Mal doch wieder den Mekong Express nehmen, was wir uns eigentlich direkt nach der Fahrt geschworen hatten. J

Ach so, gebraucht haben wir übrigens 6 Stunden also netto unterm Strich auch nicht viel mehr Verspätung als mit der Deutschen Bahn.

Backo

13 November 2012

Phnom Penh I Kambodscha.


Eigentlich wollten wir mit dem Nachtbus nach Phnom Penh, und haben den übers Hostel gebucht. Eine nachträgliche Internetrecherche (manche Klugscheisser mögen meinen, das hätte man besser vorher machen sollen) hat ergeben, dass man bei Busreisen unbedingt auf den jeweiligen Veranstalter achten soll, und Nachtbusse aufgrund der hohen Unfallgefahr tunlichst meiden sollte. Beides nicht gemacht J Wir haben uns dann entschieden, doch einen Tag-Bus zu nehmen,  die 36 Dollar waren natürlich damit in den Sand gesetzt, aber was tut man nicht alles fürs Überleben. Ihr könnt ja aus Spaß mal Paramount Angkor Express googeln (das wäre unser Veranstalter gewesen), vielleicht versteht Ihr dann, warum wir uns umentschieden haben...
Die Fahrt fing auch ganz gut an mit nem Erfrischungstuch, einer Flasche Wasser und Gepäck für Freunde des Salzigen und des Süßen gleichermaßen. Und nachdem man geschnallt hat, dass der mitfahrende Hoster (müsste ja wahrscheinlich die männliche Form von Hostess sein, oder?) tatsächlich das in Khmer gesagte auch noch ins Englische übersetzt, wurde man sogar noch mit Infos über Land und Leute versorgt. Leider verstehen die Kambodschaner unter Flüsterasphalt anscheinend ein bisschen was anderes als wir, so dass man mit einem leichten Bandscheibenvorfall in Phnom Penh ankam und auch auf der Bordtoilette gab es vermutlich den einen oder anderen Streuverlust. Ansonsten war aber die Fahrt bei Tageslicht, unabhängig von der größeren Überlebenschance, auf jeden Fall die richtige Wahl, man hat richtig viel vom Land gesehen, abseits der Touristenorte, leider waren Fotos durch die Scheibe nicht drin. Aber glaubt uns einfach, es war wunderschön.

Heute sind wir erst ein bisschen durch Phnom Penh geschlurrt  und haben uns ein bisschen die Stadt angeguckt. Sehr gut gefallen haben uns die Hecken schneidenden Kollegen (siehe Foto). Das und das Falten von etwa 10 Servietten mit 5 Leuten in unserem Hostel zeigt in etwa, mit welchem Enthusiasmus hier das Arbeiten gehandhabt wird. :-)

Phnom Penh (formerly known as Pearl of Asia).


Phnom Penh City.


 
Nudeln.

Effizientes Hecke schneiden in Kambodscha.
Danach sind wir dann zum Tuol-Sleng-Genozid-Museum (S-21) gefahren, das ist das ehemalige Gefängnis der roten Khmer in dem mindestens 14.000 Menschen gefoltert und dann in den Killling Fields umgebracht wurden. Das war echt schon ziemlich harte Kost und hat ziemlich stark an Deutschland während des zweiten Weltkrieges erinnert, sowohl was das Ausmaß an Grausamkeit als auch die Rechtfertigung der Beteiligten („Rädchen im Getriebe“ etc.) angeht. Das S-21 hatte auch eine ähnliche Funktion wie die Konzentrationslager im zweiten Weltkrieg. Gefangene wurden gefoltert um Informationen zu bekommen. Zu den Gefangenen gehörten einfache Zivilisten, Gebildete Menschen, aber  auch vermeintliche Verräter aus den eigenen Reihen. Die meisten von ihnen waren unschuldig und wurden so lange gefoltert, bis sie Dinge zugaben, die sie gar nicht getan hatten, nur um der Folterung zu entkommen. Lebend aus S – 21 haben es nur 7 Menschen geschafft.
S21

 

S21
 
S21

 
S21

Morgen geht’s dann nach Sihanoukville, ist aber eigentlich nur ein Zwischenstopp, da wir dann am Donnerstag nach Koh Rong Saloem übersetzen und uns da im Lazy Beach Hostel ein paar lockere Tage machen werden, mit nem Bungalow direkt am Strand. Da es dort keinen bzw. nur temporär Strom gibt, werden wir uns wohl erst danach wieder melden, ich vermute aber mit Bildern, die unter Umständen etwas Neid hervorrufen könnten. J

Backo

11 November 2012

Siem Reap I Kambodscha.

Kurzes Update noch zur Goldenen Banane… so ganz unberechtigt waren unsere Mutmaßungen bezüglich des bevorzugt dort absteigenden Klientels bzw. dessen sexueller Ausrichtung wohl doch nicht, eine 100% finale Bestätigung steht allerdings noch aus.

An unserem ersten Tag in Siem Reap haben wir nicht viel gemacht, nur rumgehangen und uns ein bisschen die Stadt angeschaut. Hier sind die Menschen deutlich weniger aufdringlich als in Thailand, auch wenn es relativ viele bettelnde Kinder gibt. Im Two Dragons haben wir auch neue musikalische Begleitung bekommen. Nachdem der Sound der Nacht in Bangkok von kämpfenden und dem Klang nach sich gegenseitig folternden Katzen kam und in der goldenen Banane Hunde ihre Meinungsverschiedenheiten lautstark austrugen, ist es hier im Two Dragons ein Hahn der es sich zur Aufgabe gemacht hat, jeden in unmittelbarer Umgebung wohnenden minutengenau mit seinem Krähen zu wecken. Anscheinend stehen hier alle zu anderen Uhrzeiten auf, und die ersten springen schon gegen 1 Uhr nachts aus den Federn. Verrückt!
Büdchen im "Khmer-Style".

Siem Reap City.

Asien halt.

Kambodscha Kids.
Am zweiten Tag wollten wir dann das erste Mal in den Tempel, und da uns Semmel den Tipp gegeben hat, dass per Fahrrad zu erledigen, haben wir uns morgens zwei Drahtesel geliehen. Nie hat dieser Ausdruck so gut gepasst, die fette Acht in meinem Hinterrad sieht man auf dem Foto leider nicht, aber urteilt selbst.

Leihfahrräder für einen schmalen $ pro Tag.
Dafür haben sie aber auch nur einen Dollar pro Tag gekostet, und lustig waren sie ja auch irgendwie. Auf dem Weg zum Tempel ist uns aufgefallen, dass wenn man selber in dem Chaos unterwegs ist, man sich tatsächlich da ziemlich schnell reinfindet, nichtsdestotrotz würde mich die Unfallstatistik von Kambodscha durchaus mal interessieren. Das Highlight des Tages verkehrstechnisch war die junge Frau, die ihr Baby auf dem Sozius eines Rollers gestillt hat.

Lustige bis gar keine Strassenverhältnisse in Kambodscha - einzig die Hupe zählt.

In der Angkor Parkanlage.
Da wir uns Angkor Wat für den Sonnenaufgang am nächsten Tag aufheben wollten, haben wir uns Bayon und noch ein paar andere Tempel angeschaut. Sieht schon ziemlich cool aus das Ganze, hier mal ein paar repräsentative Bilder.

Angkor Thom - Bayon Tempel.

Mönchstruppe - Terrace of the Elephants.


Das kleine Äffchen hat derweil auf unsere Fahrräder aufgepasst, nettes Kerlchen.
Und mit dem Fahrrad war das auch alles gut zu meistern, wenn man sich nicht unbedingt den Frauentempel anschauen wollte, der etwa 35km entfernt ist. Dafür dass das Ding natürlich auch ein ziemlicher Touri – Magnet ist, sieht das alles aber noch ganz human aus, ohne Pommesbude im Tempel o.ä. Witzig sind aber die Riesenclans, die sich um die Getränke/Obst und Kippenversorgung für die Besucher kümmern. Da ist die ganze Familie ein eingespieltes Team. Die Kinder verticken Obst mit einer ziemlichen Beharrlichkeit während sich Mutti um Getränke und Zaretten kümmert. Den besten Move fand ich aber, als eine ganz Kleene, vielleicht 4 Jahr alt, uns verständlich gemacht hat, dass sie unsere Plastikflasche haben wollte (dafür gibt’s anscheinend Cash). In dieser war aber noch ein Schluck drin, aber diese kleinen kambodschanischen Kinder sehen wirklich unfassbar süß aus (jetzt versteh ich auch die gute Angelina viel besser mit ihrer andauernden Adoptiererei), also haben wir jeder schnell noch einen Schluck genommen, und etwa eine Millisekunde später stand Mutti oder im Zweifelsfall auch Schwester schon mit einer neuen Flasche neben uns. Na ja, da man hier ungefähr hundert Liter am Tag braucht, allein um die Flüssigkeitsverluste aufzufangen, kam uns das dann auch ganz gelegen.

Da wir für den Sonnenaufgang am nächsten Tag schon ziemlich früh da sein mussten, haben wir uns mal ein TukTuk gegönnt.
Los gings um 4.45 als uns der vom Hostel organisierte TukTuk Fahrer  bestens gelaunt abgeholt hat. Wir waren dann tatsächlich auch unter den ersten, bevor die Scharen von Japanern eingeflogen wurden. Diese fangen langsam an zu nerven, da zumindest die 800.000 – 900.000 die wir bis jetzt getroffen haben, ziemlich unfreundlich und rücksichtslos waren, was sie auch beim Kampf um den besten Platz wieder einmal unter Beweis stellten.
5:00h morgens!

Na ja, ich persönlich fand den Sonnenaufgang jetzt auch nicht sooo spektakulär, wobei Angkor Wat schon ein Wahnsinnsdingen ist.
Angkor Wat - Sonnenaufgang.
Das haben wir uns dann danach auch noch angeguckt, was ganz cool war, weil noch relativ wenig los. Das Teil ist echt riesig, und wenn man sich vorstellt, dass das vor 900 Jahren erbaut wurde … Kehr inne Kiste, die Steine müssen auch erstmal geklöppelt werden, geschweige denn aufeinander gestapelt. So was wie Tetris kannten die damals ja noch gar nicht. 

Angkor Wat.


Angkor Wat.


Angkor Wat.


Angkor Wat - in den Tempelanlagen.


Angkor Wat - in den Tempelanlagen.
Danach wollten wir uns noch den herrschaftlichen Swimmingpool anschauen, um dann zum Tomb Raider Tempel überzugehen. Unser Fahrer wollte dann auf der anderen Seite auf uns warten. Der Tempel war auch ziemlich geil, weil er mit seinen verwinkelten Gassen ziemlich gegensätzlich  zu Angkor Wat war. Gewundert hat uns allerdings, dass wir diese ganzen Bäume die sich angeblich durch die Tempel gefressen haben, gar nicht gesehen haben.

Leider wissen wir nicht, wie der Tempel heißt - hier hat uns unser netter (!) Tuk-Tuk Fahrer abgesetzt:-)


Na ja, egal, unserem Fahrer haben wir dann gesagt, dass wir, da wir ja jetzt alles gesehen hatten, was wir uns vorgenommen hatten, aber es noch ziemlich früh war, noch gerne zu einem anderen Tempel fahren wollen würden. Irgendwie hat er uns da schon ein bisschen komisch angeguckt. Er hat uns dann erstmal zum richtigen Tomb Raider Tempel gefahren, inklusive der Bäume und so, da hatten wir wohl was falsch verstanden. 

Tomb Raider Tempel - Ta Prohm.

Danach sind wir dann zurück zum Hostel, haben was gefuttert und ein kleines Nickerchen gehalten. Zum Sonnenuntergang hat uns unser Fahrer dann noch einmal abgeholt, der war auch ziemlich spektakulär, wenn auch rappelvoll, primär mit, ihr werdet es erraten haben... Japanern. Bei den Kollegen hat man das Gefühl, die wollen einfach nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Welt einmal als Bild mit ihrer Visage drin in ihrer Sammlung haben, mit möglichst dämlichem Gesicht, bekommen sie aber eigentlich immer ganz gut hin.

Sonnenuntergang in den Tempelanlagen.

Auch wenn man sich langsam an den Verkehr gewöhnt hat, war man dann doch von der Gelassenheit überrascht, wie alle Beteiligten die spontan eröffneten 4 Spuren plus eine Gegenspur (primär für Rollerfahrer ohne Helm und Radfahrer ohne Licht) auf einer eigentlich einspurigen Einbahnstraße meisterten. Fahrzeuge scheinen hier aber auch generell nur ein Gebrauchsgegenstand zu sein, das leichte Touchieren eines Autos durch einen Roller wird hier mit einem Lächeln auf allen Seiten hingenommen.
Als wir dann zurück im Hostel waren, und noch was essen wollten, ist erstmal der Strom ausgefallen. Laut Dave kommt der Strom aus Thailand und die schalten denn alle naselang einfach mal ab. Dave ist ein schätzungsweise 60 Jahre alter Engländer, ehemaliger Fotograf, der jetzt seit 10 Jahren hier in Siem Reap Foto – Touren organisiert, dabei aber mit seiner platten Nase, dem fehlenden Schneidezahn und der fahrigen Erzählweise eher wie ein ehemaliger Kirmesboxer aussah, der ab und an ein Pils zu viel zu sich nimmt. Aber er konnte uns ein paar lustige Geschichten und auch ein paar gute Tipps geben, wenn man sein Genuschel und die halben Sätze denn mal verstanden hat. SUBJEKT – PRÄDIKAT – OBJEKT wollte man ihm da das ein oder andere Mal entgegenbrüllen. Der Tempel, den wir dann doch ausgelassen haben, ist übrigens sein All Time Favorit :-)
Morgen werden wir mal schauen, dass wir uns die Fahrt nach Sihanoukville organisieren, von dort dann mehr.
Backo

07 November 2012

Bangkok I Thailand & Überfahrt nach Kambodscha.


Kleiner Nachtrag noch zu Bangkok. Gestern abend hat sich die Stadt dann doch noch sehr nett von uns verabschiedet. Für insgesamt 5,50€ gab es pro Person ein leckeres Abendessen mit Bier und Nachtisch und eine 30 minütige Fußmassage. Auch wenn man an der ein oder anderen Stelle dachte, die Kollegen brechen einem den Fuß war es im Großen und Ganzen äußerst angenehm. Direkt nebenan hat eigentlich eine Truppe von Thais versucht Musik zu machen, aber gestern hat sich anscheinend ein Ami um die 50 erbarmt, den "dummen" Asiaten mal zu zeigen wie man Gitarre im Allgemeinen und Rock`n`Roll im Speziellen zu spielen hat. Dazu haben sich dann schnell noch drei Ami – Girls gesellt, die dann den einen oder anderen Hit geschmettert haben. Schade war nur, dass der Schmalspur – Santana und die Mitten im Leben - Spice Girls unterschiedliche Auffassungen von der jeweils adäquaten Tonart hatten. Amüsant war es aber allemal.
Gestern Abend haben wir dann noch unsere Tour nach Kambodscha über das hostel-eigene Reisebüro gebucht, inklusive Visa und allem Zipp und Zapp. 7 Uhr sollte es losgehen, aber wie wir unsere thailändischen Freunde kennen gelernt hatten, dachten wir, dass das eher grob sein würde. Aber Pustekuchen, um zwanzig vor 7 hat schon der Weckdienst an unserer Zimmertür geklopft und Punkt 7 Uhr gings dann los. Bis man dann allerdings die ganze Bagage eingesammelt hatte und Richtung Grenze unterwegs war, hat es dann doch noch ein bisschen gedauert. Nach zwei Stopps zum Nachtanken und 5 Stunden Fahrt mit Herrn Kachelmann (kacheln… Ihr versteht! J ) persönlich hatten wir das Restaurant erreicht, in dem wir unser Busticket in einen Sticker für die Taxifahrt von der Grenze nach Siem Reap umtauschen und die ganzen Visa –Formalitäten klären sollten. Wir dachten eigentlich Sticker wäre ein Codewort oder dem nicht ganz flüssigen Englisch entsprungen, aber tatsächlich bekam man einen kleinen viereckigen Aufkleber auf dem mit Edding „Taxi“ stand. Absolut fälschungssicher das Teil. Leider konnte man doch nicht in

Dollar bezahlen, was mir dann noch eine Mitfahrt mit einem Motorroller zum ATM beschert hat. Wer braucht schon Helme, leider gabs noch nicht mal Melonen als Ersatz. Dann hatten wir aber auch relativ schnell unser Visum. Die Jungs haben uns dann zur Grenze gefahren, wo wir noch mal ne Stunde warten mussten, und ein weiterer Thai oder auch Kambodschaner (zwischenzeitlich war es etwas schwierig, dem richtigen Kollegen hinterher zu laufen, die sehen für den gemeinen Europäer ja dann doch sehr gleich aus – wir sind dann einfach der geschmackvoll gekleideten, leicht übergewichtigen Amerikanerin ohne erkennbare Kleidung unterhalb der Gürtellinie gefolgt, das hat gut geklappt) hat uns dann zum Taxi gebracht. Und ich sag mal so, wer sagt, in Thailand würde man im Verkehr nen Herzinfarkt bekommen, der war noch nicht im Kambodscha. Wir haben etwa 10 Minuten gebraucht, um zu verstehen, ob es sich um Rechts- oder Linksverkehr handelt. Gehupt wird generell wenn man sich einem Fahrzeug nähert, damit dieses Platz macht, ist besonders wichtig, wenn auf einer einspurigen Straße mit Gegenverkehr in beiden Richtungen jeweils von zwei Fahrzeugen der Überholvorgang eingeleitet wird. Scheint aber wohl meistens gut zu gehen. Ob aber das Hupen die Rollerfahrer nicht beim Telefonieren stört, entzieht sich leider unserer Kenntnis. Da wir gestern keine Antwort mehr vom Two Dragons Hostel bekommen haben, haben wir uns heute in "The Golden Banana" eingebucht. Der Name, zusammen mit der Regenbogenflagge auf der Website, der Aussage des TukTuk Fahrers, dass da die ganzen Ladyboys wohnen würden und der Tatsache, dass wir zur Begrüßung einen Cocktail und ein aromatisiertes Handtuch fürs Gesicht bekommen haben, veranlasste uns zu befürchten, es könnte sich um ein spezielles Etablissement handeln. Bis jetzt ist davon aber nichts zu sehen. Da das Teil zwar echt schön ist, mit Pool etc. aber dann doch mit 28$ etwas über unserem Budget werden wir morgen zum Two Dragons rüber wandern. Vorher nutzen wir aber noch mal den Pool, in den Genuss wird man nicht so oft kommen.      

The Golden Banana.
 
Backo

06 November 2012

1. Stop: London und Bangkok.

So, jetzt ist unsere Weltreise offiziell gestartet, daher ein Hinweis in eigener Sache. Unter dem Post steht jeweils, wer diesen geschrieben hat. Auch wenn wir uns natürlich eng abstimmen, reflektieren die Einträge daher primär die Meinung des jeweiligen Autors. Für die Fotos ist vorrangig Sabrina zuständig, Lob, Beschwerden etc. also bitte postalisch an sie.

Jetzt aber los:

Bevor wir nach Bangkok geflogen sind, waren wir noch bei Karl, Claire und Flo in London. Ich kann jedem nur empfehlen, den Zug über Brüssel zu nehmen, günstig und total stressfrei. An dieser Stelle vielen Dank noch mal an Familie Mittelstädt fürs Abholen, Kost, Logis, Entertainment, gute Tipps für Südost- Asien und Airport - Shuttle. Auf der Rückreise sehen wir uns hoffentlich wieder, und ich vermute, dass uns Flo dann schon entgegen gelaufen kommt.

Nach 10 Stunden einigermaßen schlafreichen Fluges sind wir dann bei 32 Grad in Bangkok gelandet, und haben versucht, den Local Bus zu finden, da der am günstigsten gewesen wäre, haben wir natürlich nicht geschafft und stattdessen den Sky Train genommen, hier wurden wir beim Bezahlen bereits das erste Mal abgezogen, und haben 20 Baht (0,5€) zu wenig zurück bekommen. Dann haben wir uns ein Taxi mit einer etwas nervigen Deutschen geteilt, und sind erstmal ins Hostel. Gut, billig und alles vor der Tür was man braucht. Sind dann noch ein bisschen über die Khao San Road getingelt, ziemlich Ballerman - mäßig, nur das Bier ist billiger und es gibt in jeder zweiten Musik gute Live - Musik. Hatten aber nicht mal mehr genug Geld in der Tasche für zwei Bier, eine gar nicht mal so leicht zu erreichende Leistung in Thailand. Sind dann relativ früh ins Bett, um nach etwas jetlag - geplagter Nacht Bangkok zu erkunden.

Alle, die uns Tipps gegeben haben, was man in Thailand und im speziellen in Bangkok nicht machen soll, überspringen diesen Abschnitt bitte. Bereits am Ende unserer Straße wurden wir von einem freundlichen TukTuk Fahrer nach unserer Herkunft und unserem Plan für den Tag gefragt. Sein Angebot uns für einen Schleuderpreis zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu fahren haben wir natürlich angenommen. Auch dass wir einen kleinen Zwischenstopp bei einer Seidenfabrik machen würden, wo wir uns 10 Minuten aufhalten sollten (ohne die Verpflichtung zum Kauf) damit der TukTuk - Kollege Umsonst - Benzin von der Regierung bekommt, kam uns nur marginal Spanisch vor. Wenn man das jetzt so runterschreibt, kommt einem das so unfassbar dämlich vor... Na ja, beim ersten Higlight, einem Mini - Buddha in einer schimmeligen Seiten-Gasse, hat uns ein netter Thai auch noch aufgeklärt, dass wir einen Superpreis verhandelt hätten und dass es in Thailand ja super Klamotten zu schmalen Preisen gibt, besonders die Marke "Sup" sei sehr zu empfehlen, alles andere wäre Abzocke. Ich vermute, es war Zufall, aber der nächste Stopp war ein "Sup" - Fachgeschäft und gleichzeitig auch der 10 Minuten - Zwangsstopp. Da ich das aus der Türkei kannte, hatte ich im vorhinein vermutet, dass es sich um eine Seidenfabrik handelt, in der man ein bisschen rumölt, sich zulabern lässt, dann aber ohne Kollateralschaden im Portemonaie wieder rauskommt. Hier handelte es sich aber um eine 20 qm große Schneiderei. Da kann man sich nicht einfach 10 Minuten vor den Verkäufern verstecken. Na ja, Ende vom Lied, falls in naher Zukunft mal wieder jemand heiratet, habe ich eine wunderschöne Seidenkrawatte für 6 Euro erstanden. Zurück beim TukTuk Fahrer und mit der Gewissheit einen Freund für die Ewigkeit gemacht zu haben, da wir ihm Frei - Benzin bis ans Ende seiner Tage beschert hatten. hat uns dieser eröffnet, dass der nächste Stopp dann ein weiterer "Promotion" - Stopp sein würde. Das fanden wir dann nicht so cool, und nachdem wir ihm klar gemacht haben, dass wir da nicht mitmachen würden, war er auch schon weg. Wenigstens die 80 Baht für die Rundfahrt haben wir gespart.

Danach haben wir uns dann per Pedes und mit Taxi noch den Golden Mount mit Blick über Bangkok und einen schönen Tempel selbst erschlossen, besonders der 46 Meter lange liegende Buddha sah so entspannt aus, dass man sich schon gar nicht mehr geärgert hat.

 
Generell fanden wir Bangkok aber eher mäßig cool, da man alle naselang das Gefühl hat, man wird oder soll verarscht werden. Außerdem ist es ziemlich laut und stressig und Ladyboys haben wir auch noch keine gesehen. Daher haben wir auch beschlossen, auf dem Weg nach Koh Tao hier nur max. einen Übernachtungs-Stop einzulegen.

Morgen gehts dann nach Kambodscha, da müssen wir jetzt gleich mal schauen, dass wir unsern Bus/Zug gebucht bekommen.. vielleicht nehmen wir aber auch ein TukTuk :-)

Backo

UPDATE: Geil, sitz gerade im Gemeinschaftsraum/Bar/Reception des Hostels und hier läuft die Thai - Version von Stille Nacht, Heilige Nacht :-) Direkt nach der Titelmelodie von Zurück in die Zukunft übrigens.



02 November 2012

Noch 2 Tage...

So, der letzte Eintrag ist ja dann doch schon wieder was länger her. Irgendwie gings jetzt doch alles ziemlich schnell. Aber jetzt sind wir tatsächlich in den letzten Zügen. Die Wohnung ist übergeben (Der Nachmieter kam tatsächlich mit seinem Vater, vermutlich hatte er Angst vor körperlichen Übergriffen unsererseits). Zum wiederholten Male hat man gemerkt, dass man auch nach 3 mal ausmisten immer noch unfassbar viel Kram hat. "35 Kartons reichen locker..." Am Ende warens knapp 60. Gut dass der Speicher meiner Eltern offensichtlich ein schwarzes Loch ist, bis auf zwei Dutzend Kartons, die bei Olli und Ela Unterschlupf gefunden haben, hat tatsächlich alles reingepasst. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an die fleißigen Umzugshelfer und Unterschlupfgewährer und besonder an Peter, der sich seinen Urlaub immer extra so legt, dass er uns helfen kann.

Nach dem Umzug musste natürlich der Abschied auch noch ordentlich begossen werden, auch hier gilt der Dank allen, die da waren und mit uns teilweise bis halb acht an Glas, Burger und Stange aktiv waren.Vielen Dank natürlich auch noch mal für die Geschenke.

Vor dem endgültigen Rübergleiten in die ultimative Urlaubsstimmung stand nun heute nur noch der Gang zum Arbeitsamt an. Dass das Thema nicht einfach werden würde, war uns ja schon fast klar, aber mit solch einem dauerhaften Hin und Her zwischen gespielter Freundlichkeit und oberlehrerhafter Arroganz hatte ich nun doch nicht gerechnet. Das habe ich in dieser Form auch noch nicht erlebt. Dass ich eigentlich nur meinen Anspruch feststellen lassen wollte unter anderem auch, damit die Sperrfrist während unserer Reise abläuft, konnte oder wollte sie nicht verstehen, aber egal, ist jetzt auch erledigt. Falls sich hier jemand hin verirrt, der auch mit dem Gedanken spielt, eine Weltreise zu machen, arbeitslos kann man sich (Achtung! Oberlehrertonfall)"seit der Gesetzesänderung anno dazumal in 2006" bereits drei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses melden. Macht sicher einiges einfacher. Für alle Velberter übrigens unter Umständen noch interessant, dass Akademiker sich in Wuppertal an/abmelden müssen. Sorry, hätte ich wissen müssen, bzw. steht sicher auch auf der äußerst benutzerfreundlichen und übersichtlichen Website der Agentur für Arbeit oder im Zweifelsfall im Sozialgesetzbuch, was ich frevelhafterweise nur zur Hälfte auswendig gelernt hatte.

Nun sind wir aber tatsächlich so weit, dass wir unsere Rucksäcke packen können, die Packliste inkl. Foto findet ihr hier: http://zebresel.blogspot.de/p/unser-gepack.html. So ganz hat man noch nicht gerafft, dass man jetzt 7 Monate durch die Weltgeschichte gurkt, mal sehen, wann das kommt.

Morgen früh gehts jetzt erstmal zu Kalle, Claire und Flo nach London, wir melden uns wieder.